Es war mehrfach angedacht die Insel zum für mich vierten Mal zu besuchen, aber irgendwie gab es noch so viele andere Ziele, die immer wieder in andere Richtungen lockten. So dauerte es nun
5 Jahre, bis wir wieder auf der Insel ankamen.
Da ich letztes mal sehr vollmundig behauptet habe, fast die ganze Insel besucht zu haben (was natürlich in keinster Weise stimmte),
haben wir uns dieses Mal vor allem auf die Ecken konzentriert, die vor 5 Jahren keine Rolle gespielt haben. So sollte
mit den beiden Berichten zusammengenommen ein bei weitem nicht vollständiger, aber dennoch relativ umfassender Überblick über die Insel möglich sein.
Wie so oft, hatten wir auch 2016 Probleme uns für ein bestimmtes Urlaubsziel zu entscheiden. Es wechselte vom Frühling an immer zwischen Montenegro, Sardinen, Toskana plus Elba und anfänglich
auch Sizilien. Zwischenzeitlich hatte ich sogar Lust Südspanien anzupeilen. So verging Monat um Monat, man verglich Fährpreise, las sich durch Reiseführer, stöberte in den Foren....... um
schlussendlich 14Tage vor Reisebeginn beim abermaligen Fährpreisvergleich es als Fügung anzusehen, dass die Korsikafähre preislich dramatisch einbrach, wogegen die anderen Inselziele sehr
deutlich teurer wurden. 317€ insgesamt für ein 10m langes Gespann auf der Strecke Savona Bastia waren über 100€ unter dem günstigsten jemals beobachteten Preis.
Letztlich kam es auf das Geld nicht wirklich an, Korsika ist insgesamt relativ teuer, aber es war eben die Entscheidungshilfe von "oben", die den Ausschlag gab. 
Auch dieses Jahr ging wieder einiges schief, warum auch immer, es fing mit einem arg kurzfristigen Streik des Zugfahrzeugs am geplanten Abreisetag an.
Geplant war die Abfahrt am Freitag, den 26.08.16 Fachbesuchertag CSD. Eigentlich sollte es nach der Rückkehr von der Messe noch einige Stündchen Richtung Süden gehen, aber dummer- oder besser
glücklicherweise war mein Auto an dem Tag nochmal wegen einer kleinen Routinereparatur in der Werkstatt.
Eine Stunde vor Messeende bekam ich von meinem KFZler einen Anruf. Ich dachte eigentlich, er wollte den Wagen fertig melden, hat er aber nicht. Im Gegenteil, an dem doofen Chevy gibt es eine
Zwischenwelle zwischen Antriebswelle und Getriebe, die über ein zusätzliches Lager befestigt ist. Dummerweise fehlten dem einige Kugeln. Ebenso dummerweise ist dieses Teil nirgendwo verfügbar
gewesen, Chevrolet selbst brauchte für die Lieferung bis zum Dienstag in der folgenden Woche, die Fähre wollte uns aber montags mitnehmen!

Nach viel hin und her und der Weigerung meiner besseren Hälfte ihren hochheilig geliebten Wagen für eine Korsikaexkursion herzugeben, machte uns meine Mutter
das Angebot ihren ohnehin zum Verkauf stehenden C-Crosser zu nehmen (ratet mal wer den danach gekauft hat). So war das
Thema dann doch noch für alle akzeptabel lösbar, hat aber erstmal viele Nerven und auch Vorfreude gekostet.
So ging es dann am Samstag Morgen erst Richtung Italien.
Tag 1 27.08.16 Anfahrt Teil 1
Nach dem Stress vom Vortag ging es erst nach ausreichend Schlaf und einem ganz brauchbarem Frühstück gegen halb 10 auf die Piste.
Nach dem kleinen Nervenkrieg vom Vortag hetzten wir uns ganz und gar nicht. Bei den hohen Temperaturen, kurz vor der Schweizer Grenze zeigte das Thermometer 36° an, machten wir viele kleine
Pausen. Gegen 16.15Uhr erreichten wir die Schweiz, gegen 20 Uhr unser erstes kurzfristig ausgewähltes Übernachtungsziel, den Lido Mappo in Tenero am Nordufer des Lago Maggiore. Auf der Anlagen
waren noch einige Plätze frei, wir konnten in der dritten oder vierten Reihe stehen. Aber eigentlich war es uns schon zu voll, und mal ehrlich, worschtsopp auf einem schweizer 5 Sterne Platz (die
man aber suchen muss :D). 
Campingplatz Lido Mappo
Der Platz liegt akzeptabel erreichbar nicht allzu weit von der Autobahn entfernt am traumhaft schönen Nordufer des Lage Maggiore. Nachteilig fanden wir die Geräuschkulisse in der Gegend, einige
zu der Zeit relativ stark befahrene Straßen führen nur wenige hundert Meter vom Platz entfernt vorbei. Daher hat man ein für mich Landei durchaus störendes Grundgeräusch auf dem Platz. Kann man
sich sicher dran gewöhnen, fällt manchen vielleicht kaum auf, habe es aber lieber ruhiger. Aber für eine Nacht war es uns ziemlich egal. Sanitäranlagen waren nichts besonderes, hab mir etwas mehr
darunter vorgestellt. Die Rezeptionisten war sehr freundlich, das Restaurant am Platz sehr gut besucht. Gekostet hat die Nacht für schweizer Verhältnisse moderate 38€. Die Lage am See ist aber
zweifellos wunderbar.
Nach einem sehr zügigen Aufbau gabs denn eine Kleinigkeit zu essen.
Danach drehten wir noch eine ganz kleine Platzrunde
und genossen den Traumblick vom Strand vor dem Platz.
Tag 2 28.08.16 Anfahrt zur Fähre Teil 2
Nach einem entspannten aber für Urlaubsverhältnisse recht frühen Frühstück packten wir langsam wieder unsere sieben Sachen ein. Es war ein wirklich schöner Sonntag Morgen, auf dem Platz alles
ziemlich ruhig und angenehm. Nachdem alles verstaut und abreisefertig war, konnten wir es uns nicht nehmen lassen, nochmal an den Strand zu gehen und das wunderbare Morgenpanorama zu genießen.
Bei so viel Entspannung und schönen Eindrücken, kamen wir irgendwie auf die ganz dumme Idee über Landstraßen nach Savona fahren zu wollen. Das Navi schlug folgende Strecke vor, da wir es nicht
besser wussten und für Italien nicht gut vorbereitet waren, folgten wir der Empfehlung einfach.
goo.gl/maps/zus344kULmC2
Kurzum, ich würde es nie wieder machen. Der erste Abschnitt am Lago ist wirklich schön, es gab ein zwei Ecken, die sehr sehr eng wurden, weil man sich mit Kamikazefahrern die Fahrbahn teilen
musste, im großen und ganzen aber gut machbar für mich. Danach kam ein unendlich langer eintöniger Abschnitt bis etwa Acqui Terme mit tr isten leeren Landschaften, verfallenen Orten und
Industriebrachen. Die Straßen waren fast durchgehend schlecht bis sehr schlecht, wir witzelten schon, dass man in Italien die Spider App auf den Straßen installiert hatte. Wie geschrieben, die
Route war nicht zu empfehlen und wir haben so gar keine Bilder gemacht.
Ab Acqui Terme wurde es dann plötzlich schöner, vor dem ligurischen Apennin begann ein nettes Hügelland mit gepflegten Dörfern, die teils klischeehaft italienisch aussahen. Durch den Apennin
hindurch wurde die gewählte Route dann schon spannender. Die Straße schraubte sich durch ein Bergtal mit tollem kleinen Fluss zu einem Pass hoch. Wir machten hier und dort mal Pausen um die
Blicke zu genießen, nur Fotos machten wir nicht, warum auch immer?
Die Straße war teils sehr schmal und kurvig, bei Gegenverkehr musste gut aufpassen, breite Fahrzeuge im Gegenverkehr wären streckenweise ein Problem gewesen. Ich nahm es allerdings sportlich und
sah das Stück als Training für Korsika an.
Auf der anderen Seite des Passes ging es dann wieder die 500 Höhenmeter runter zum Mittelmeer. Das Stück durch den Apennin war wirklich reizvoll.
Wir wollten als erstes zum Fährhafen, der etwas südwestlich in Vado Ligure liegt, da wir die das Ticket auf das nun andere Auto umbuchen wollten. Dieser ist mittlerweile ganz gut umgebaut und
besser zu erreichen als einst. Dumm nur, dass der Hafen von der Via Aurelia (der ligurischen Küstenstraße) nur über eine Brücke zu erreichen ist. Die ist natürlich nur zweispurig und
intelligenterweise hat man das Tor zum Fährhafen genau an das Ende der Brücke gesetzt. Und wenn dann der Fährhafen geschlossen ist (er macht nur ca 2 bis 3h vor Abfahrt der Fähren auf), dann
steht man auf dieser zwei- bis dreihundert Meter langen Brücke mit einem Gespann ziemlich blöd da!
Das als Warnung, für alle, die mit ihrem Gespann abseits der Fährzeiten in den Hafen wollen.
Mit unserem bemoverten leichten Zwerg war es kein Problem, im Zweifel wäre ich das Stück an angekuppelt zurückgefahren, mit abhängen war es aber deutlich einfacher, da immer wieder andere die
gleiche dumme Idee hatten in den Fährhafen zu wollen.
So verschoben wir das Umbuchen auf den nächsten Morgen vor der Fähre, wo es dann niemanden interessiert hat. Weiter ging es dann einen Ort Richtung Westen der Via Aurelia entlang nach Spotorno
zum Camping Leo. Die wenigen Kilometer waren gefühlt anstrengender als die lange Tour bis Savona. Typisch Italien eben, es war noch Hauptsaison an der ligurischen Küste. Die Küstenstraße führt
direkt hinter den übervollen Stränden mitten durch die Orte, nach der langen Tour durch das Nichts war es sehr ungewohnt.
Camping Leo
Leider haben von dem Platz kein einziges Bild. Er liegt, recht typisch für die Ecke, etwas abseits der Strände am ehemaligen Ortsrand von Spotorno. Auch hier kam eine beträchtliche
Geräuschkulisse vom Ort hoch, dummerweise war die viel befahrene Bahnstrecke auch nur einen Steinwurf weit weg und sowas wie Schallschutzwände nicht bekannt. Der Platz war rappelvoll und wir
bekamen nur eine winzige Parzelle direkt zwischen einem abends leider sehr belebten Fußweg, der die Platzteile trennt, und der Einfahrt zu dem Platzteil. Es war zudem extrem schwül und
unangenehm, daher sind die Eindrücke von dem Platz leider deutlich negativer als es gerecht wäre.
Die Sanis waren für die Auslastung recht knapp, witzigerweise gab es alle Toilettenvarianten, die man sich wünsche konnte. Ein Hockklo, ein normales ohne Brille und eines mit Brille. Die
Sauberkeit war ausreichend, aber nicht mehr. Insgesamt war der Platz für meinen Geschmack aber viel zu eng und mit 35€ gemessen am gebotenem Standard zu teuer.
Spitze war dagegen, dass der Platzwart auf Wunsch schon deutlich vor den normalen Öffnungszeiten die Tore öffnet. Im Gegensatz zu letzten Urlaub, wo wir uns bei Genua gewaltsam den Weg frei
machen mussten, wurde uns hier schon um 6 Uhr am frühen Morgen das Tor geöffnet.
Abschließend sei noch erwähnt, dass die Zufahrt nicht allzu groß und breit ist, wer mit großem Gespann anreist, sollte genau wissen, was er tut. 
Wir bauten dann noch in Ruhe Tisch, Stühle und den Grill auf und aßen eine Kleinigkeit. Der Tag hatte uns richtig erschlagen.
Gegenüber stand ein Mittfünfziger Pärchen aus Vorpommern, dass auch auf die Insel wollte. Ich dachte immer, wir wären nicht gut auf unsere Urlaube vorbereitet, aber die schossen für mich den
Vogel ab. Das Ticket sollte ohne jegliche Fremdsprachenkenntnisse am Schalter morgens geholt werden, über die Insel wussten sie rein gar nichts, keinerlei Campingführer oder sonstige nennenswerte
Literatur dabei, auch keine Internethilfen, nur ein Karte in viel zu kleinem Maßstab, wo einige Campingplatzsymbole eingezeichnet waren.
Und sie hatten sich und ihr Zelt.
Ich war schon etwas neidisch auf ihre Einstellung zu Urlaub und Leben. Wir quatschten noch etwas, weil ich, und die beiden auch, noch nicht reif für das Bett waren. Müdigkeit war zwar ausreichend
vorhanden, aber auch eine gewisse Aufgedrehtheit.
Irgendwann versuchte ich mich dann doch mit dem Bett anzufreunden, aber es war immer noch sehr schwül, heiß und laut, kurzum, es wurde eine sehr bescheidene Nacht.
Tag 3 29.08.16 Übersetzen
Nach einer viel zu kurzen und unangenehmen Nacht klingelte der Wecker meiner besseren Hälfte viel zu früh um 5 am Morgen. Wir frühstückten etwas, machten uns frisch und bauten alles wieder ab.
Tisch, Stühle und co waren schon am Vorabend weggepackt worden, sodass der Aufbruch relativ leise und schnell ging. Das Tor stand schon offen, als wir los wollten, perfekt!
So ging es dann Richtung Fährterminal, die beiden Vorpommeraner im Schlepptau, sie hatten die Adresse vom Hafen nicht für das Navi.
Dieses mal wurden wir nach etwas Stau auf der Brücke auch eingelassen, der kurzfristige Tausch des Zugfahrzeugs war dem
Personal von Corsica Ferries völlig egal, so wurden wir dann in entsprechende Wartereihe eingewunken. Um die Relationen mal zu nennen, wir waren mit 4 Wohnwagengespannen, ca 15 bis 20 Offroadern
mit Dachzelt, Hängern etc, geschätzten 50 Wohnmobilen und Bussen und einigen hundert PKWs.
Bis zum Verladen war noch reichlich Zeit, in der wir mit den beiden ihre Fährtickets holten.
Beim Fährschiff hatten wir eines der großen Lose gezogen, die Mega Smeralda ist eines der Topschiffe von Corsica Ferries.
Der Nachteil der neuen Fähren liegt allerdings darin, dass man nicht mehr durchfahren kann. Die alten Fähren hatten in Bug und Heck Klappen, das war für Gespannfahrer sehr viel bequemer. Bei der
Mega Smeralda mussten PKW und Gespanne vorwärts rauffahren. Beim Abladen wurden die Gespanne in der Fähre gedreht, bei den meisten per Hand, bei denen die rückwärtfahren konnten, mit dem
Auto.
Die Wohnmobile mussten alle rückwärts auf die Fähre. Das sah dann anschließend so aus
Der Nachteil dieser ganzen Aktion war, dass wir Gespannfahrer erst als allerletztes auf die Fähre konnten. Da wir bei dem angenehmen Wetter eigentlich auf einen der Liegestühle am windgeschützten
Heck des Schiffes sitzen wollten, war das natürlich blöd. Aber wie der Zufall es so wollte, kamen unsere beiden Vorpommeraner auf die gleiche Idee und reservierten uns zwei dieser Klappsessel.

Die Fährfahrt war absolut angenehm, der Kahn mit so tollen Erfindungen wie einem Stabilisator ausgestattet, sodass man so gut wie keine Bewegung im Schiff merkte. Wer wollte, konnte sich Internet
auf der Fähre buchen, die Preise habe ich leider vergessen.
Als besonderes Highlight verfolgte uns kurzzeitig ein Delfin. Als ich nach Augenblicken der Begeisterung die Knipse zückte, hat er es sich leider anders überlegt. Wenn man weiß, wo er ist, kann
man ihn auf dem letzten Bild noch knapp im klaren Wasser erahnen.
Während der Fährfahrt diskutierten wir noch eine ganze Weile über die Route für die folgenden Tage. Meine bessere Hälfte hatte sich seit Tagen intensiv mit dem Paradisu Reiseführer und den darin enthaltenen Campingplatzempfehlungen auseinandergesetzt und wollte nun zuerst
Richtung Cap Corse in den Norden der Insel. Dem fügte ich mich dann.
Einmal im Fährhafen angekommen, macht sich immer eine gewisse Unruhe auf dem Schiff breit. Alle wollen zu den Autos, am besten gleichzeitig. Es gibt zwar Durchsagen, welche Decks als erstes zu
den Autos kommen sollen, aber irgendwie werden die konsequent ignoriert. Andererseits sind die ohnehin nicht gut zu verstehen. Trotz drei aufeinanderfolgender Sprachen, hören die sich alle gleich
an. 
Immerhin war uns klar, wie der Tagesablauf weiter gehen sollte.
goo.gl/maps/xPmpNu9fd3K2
Unsere wenigen Vorräte von der Hintour waren weitgehend aufgebraucht und somit stand ein größerer Einkauf an. Mit dem Gespann ging es also erstmal einige km nach Süden. Dort in Borgo ist ein uns
bekannter recht großer Carrefour, wo man im hinteren Bereich des Parkplatzes auch ganz gut mit dem Gespann stehen kann.
Den plünderten wir dann erstmal geschlagene zwei Stunden, insbesondere die (teils teuren) korsischen Spezialitäten mussten dran glauben.
Danach ging es dann abermals durch das chronische verstopfte Bastia Richtung Cap Corse zum Campingplatz La Pietra.
Die Fahrt dorthin führt über kurvige aber meist relativ breite Straßen. Wie überall auf Korsika, muss man viel Zeit einplanen, es gibt nur wenige Strecken, wo man Durchschnittsgeschwindigkeiten
von deutlich über 40km/h erreicht, egal ob allein oder mit dem Gespann.
Nördlich von Bastia kommen erst noch einige größere Dörfer, unter anderem das von vielen Postkarten bekannte Erbalunga, noch weiter wird es dann aber sehr ruhig. Die Orte werden kleiner und
kleiner, die Bebauung nimmt ab, manche Orte an der Küste haben keine 20 Häuser. Immer wieder wechseln sich recht naturbelassene Sandbuchten mit Steilküsten ab. Das Wasser ist glasklar und
schimmert in den unterschiedlichsten Türkis- bis Blautönen. Die Hänge des Caps sind dicht mit der wohlriechenden Macchia bewachsen, einem undurchdringlingen Bewuchs mit Zistrosen, Stechginster,
Myrte, Wacholder, Rosmarin, Ginster und Erika und vielen weiteren Pflanzen.
In einem dieser ins Meer mündenden Bergtäler lag unser erster Campingplatz auf der Insel
Campingplatz La Pietra
la-pietra.com/LP-camping-Le-clip.html
Für Inselverhältnisse eine schöne Anlage mit einem ordentlichen Restaurant und einer schönen nicht allzu großen Poolanlage. Die Sanitäranlagen könnten besser gepflegt sein und hätten hier und
dort auch ein paar Reparaturen notwendig. Die beworbene Seife und das Toilettenpapier wurden auch nur dann aufgefüllt, wenn jemand Lust dazu hatte, aber das waren wirklich die einzigen negativen
Punkte. Die Anlage an sich fand ich schön. Sie besteht aus einer großen durch kleine Bäume unterbrochenen Wiese, die nicht parzelliert war und parzellierten Plätzen unter Bäumen, die sehr
schattig und gut geschützt lagen. Die Mehrheit stand aber auf eben dieser unparzellierten Wiese.
Die Reception war recht modern, das Personal freundlich, freies WLAN gab es rund ums Schwimmbad, Restaurant und Reception. Wir haben uns recht wohl gefühlt.
Unser Stellplatz am oberen Rand der Wiese mit kleinem Meerblick
Am Campingplatzeingang zweigt ein kleiner Pfad auf die unterhalb des Platzes liegende Wiesen und von dort zum Meer ab. Das sind wenige hundert Meter zu laufen, immer dabei das Naturerlebnis, die Blicke auf die umliegende Bergwelt und weiter unten durch die Buschwelt mit ihren vielen kleinen Eidechsen etc etc
Am Strand selbst gab es zwei Restaurants, die aber jetzt schon geschlossen hatten.
Später ging es wieder hoch zum Platz und es gab etwas zu essen.
Nach dem Abendessen bekamen wir dann noch neue Nachbarn, ein Paar mit relativ kleinem Wohnwagen, die gerade von der Spätfähre ankamen. Das sollte für den Urlaub noch einschneidende Änderungen mit sich bringen.....
Tag 4 30.08.17 kleine Wanderung: Sentier des douaniers
goo.gl/maps/ZynPxfVpe9K2
paradisu.de/wanderungen/sentier-des-douaniers.html
Für diesen Tag hatten wir uns zum warm werden für die später kommenden Aufgaben ein Teilstück des Zöllnerpfades am Cap ausgesucht. Da für den Nachmittag Gewitter gemeldet wurde, machte es keinen
Sinn ein längeres Teilstück zu wählen.
Von Macinaccio ging immer abwechselnd über überwiegend naturbelassene Strände und Halbinseln mit Steilküste bis zu einem etwas verfallenen Genuesenturm. Die Strecke ist gut zu laufen, zwar ganz
klar keine Flaniermeile, aber für korsische Verhältnisse ein gut gehbarer Spazier-/Wanderweg.
Wunderschön sind die vielen tollen Blicke
Blick zurück zum Startpunkt
Der Schiffsverkehr dort oben am Cap ist schon recht enorm, allerdings sind es in der Tat überwiegend Fähren und Kreuzfahrtschiffe, die man dort sehen kann.
Im Hintergrund dürfte die Insel Capraia zu sehen sein
So sah der Pfad oft aus
Der Strand u paradisu
und der gleiche Strand von der anderen Seite. Man sieht dort sehr schön, dass vom Mittelmeer aus Unmengen an Tang angespült wurden und an Stränden dort auf bzw an den Rändern der Strände aufgehäuft wird. Wie gesagt, sind überwiegend naturbelassene Strände dort oben am vergleichsweise leeren Cap.
Dann ging es auf einer Landzunge um die Ecke weiter und wir hatten diesen wunderbaren Blick auf den Genuesentürme Santa Maria
Etwas spaßig waren die typischen freilaufenden Kühe dort oben am Strand. Die fühlten sich in den warmen Seetangbergen extrem wohl
Aber auch die kleinen Eidechsen waren, wie überall auf der Insel, sehr aktiv
Leider zog es mehr und mehr zu, Richtung Süden kamen die ersten bedrohlich wirkenden Wolken in Sichtweite.
So wählten wir vom Turm die direkten Rückweg zum Auto
Zurück am Hafen von Macinaccio fing es dann leider etwas an zu tröpfeln, es blieb aber zum Glück erstmal dabei.
Im Hafen gönnten wir uns noch nach getaner Wanderung ein Eis auf die Hand für 2,5€ pro Kugel und setzten voller Übermut den Tag noch mit einer Fahrt ums Cap fort
goo.gl/maps/CifDBFswTyv
So wurden es dann doch noch weitere 55km, die mit Fotopausen locker 2h in Anspruch genommen haben. trotz mäßigem Wetter und wenig begeisternder Sicht.
Ein erster Aussichtspunkt auf die nördlich vorgelagerte Insel des Caps
und dann weiter zum bekannten Moulin Mattei Aussichtspunkt, an einer renovierten alten Windmühle, deren Besitzer für ihren bekannten Cap Corse Aperitiv dort werben.
Von dort hat man bei klarer Sicht einen wunderbaren Blick auf die andere Seite des Caps, mit ganz viel Glück sieht man dann sogar die weit entfernte Bergweld des Inselinneren. Aber so war das
leider nichts.
Nach einer längeren Fahrt zurück zum Platz machten wir es uns dann erstmal bequem. Da es immer weiter zuzog und in der Ferne die ersten Anzeichen für Gewitter zu sehen war, baute ich eben unser
kleines Vorzelt auf. Da der Boden beim Abspannen gnädig war, stand es in kaum 15min inklusive auspacken etc.
Kurze Zeit später ging es dann richtig ab, es goss wie aus Kübeln, der Wind wurde dank des Waldes neben unserem Standplatz gut gefangen. Überall auf dem Platz war panisches zusammenpacken
angesagt, es standen noch viele aufgebaute Markisen und Tarps, die noch schnell gerettet werden mussten. Die Gegenüberstehende englische Offroader-Truppe soff sprichwörtlich ab. Die haben das
Wetter so sehr unterschätzt, dass wirklich alles nass war. Die Sturzbäche vom Tarp liefen leider direkt ins Auto, die waren noch Tage danach am trocknen.
Unsere neuen Nachbarn kamen während dem Gewitter von ihrer Tour zurück, da sie weder Zelt noch sonstwelchen Schutz aufgebaut hatten, ist ihre Ausrüstung auch gut nass geworden. Wir haben zwar
noch versucht einiges in unser trockenes Zelt zu tragen, aber ich hatte mehr damit zu tun, deren Dachluken ohne Leiter und Schlüssel zu schließen.
So gab es dann die Einladung den Abend bei uns im trockenen Zelt zu verbringen, was die beiden dankend annahmen. Es war ein schöner Abend, wo wir feststellten, dass wir etwa genau das gleiche auf
der Insel vorhatten. So beschlossen wir in den nächsten Tagen sehr ungezwungen einige Ziele gemeinsam anzugehen.
Für den nächsten Tag stand nämlich eine für uns sehr lange Bergwanderung bevor, der Monte Stello.
Tag 5 31.08.16 Wanderung auf den Monte Stello
Ich muss zugeben, vor der Tour hatte ich sehr viel Respekt. Wir sind ja schon vor 5 Jahren Touren gegangen, aber das waren tatsächlich Touren, die auch für Kinder empfohlen wurden, uns aber
dennoch ganz schön schlauchten. Heute wohne ich zwar in einer der vielen Schweizen Deutschlands und jogge da auch fleißig die Berge hoch, es waren jedoch hier über 1200 Höhenmeter und fast 20km
zu laufen. Also nichts, was wir in den letzten Jahren mal vergleichbar gemacht hätten.
Von daher war es ganz nett zu wissen, dass wir nicht nur zu zweit dort hoch kraxelten, sondern auch noch zwei Erfahrene, sich aber selbst regelmäßig an die Grenzen bringende, Korsikawanderer mit
uns zu haben.
Wie auch immer, wir machten uns für unsere Verhältnisse recht zeitig auf den Weg. Wobei sich das auf uns alle vier bezieht, wir zwei hätten auch noch früher gekonnt, aber wie sich das noch
häufiger herausstellte, unsere zwei Mitwanderer nicht. Aber wir hatten ja Urlaube! 
Es ging also los und wir kamen schon gegen 11Uhr am Parkplatz in Pozzo an. Die Küstenstraße bis Erbalunga war gewohnt gut, die Ortsdurchfahrt in Pozzo aber schon für PKWs arg eng. Auf dem kleinen
Wanderparkplatz angekommen, war aber alles gut. (schaut euch den Ort mal in
Streetview an, wunderschön).
Von dort an ging es fast nur noch bergauf mit uns, Stunde für Stunde, die Ausblicke waren aber grandios
Wir kamen an Quellen mit kristallklarem Wasser vorbei, überall wuchsen in der Maccia Brombeeren, die schmeckten als ob sie mit Zucker eingelegt wurden
und natürlich auch hier die üblichen Reptilien
Auch das Wolkenspiel hoch über dem Gipfelkamm sah immer wieder aufs neu toll aus, machte uns aber leider auch etwas Sorgen.
Irgendwann sahen wir auf der gegenüberliegenden Seite des Seitentals eine Ziegenherde, deren Zicklein den Weg nicht zurück zur Herde fand. Es stand einige Höhenmeter unterhalb der Herde und meckerte. was dazu führte, dass die ganze Herde meckerte und meckerte. Ich hoffe sie fanden wieder zusammen.
Dann ging es über den Pass Bocca die Santa Maria und wir mussten von der anderen Seite den Monte Stello besteigen. Ab der Passhöhe war das dann sehr viel angenehmer, es ging weniger steil hinauf.
Rückblick auf den Pass
Der 1307m hohe Gipfel in Sichtweite
Ganz nebenbei bemerkt, Berghütten gibts da nicht, Verpflegung muss man selber mitbringen.
Auf dem Gipfel war es dann sehr wechselhaft, es zogen immer wieder Wolken hoch, die manche Richtung verdeckten, aber man konnte fast überall hinschauen.
Die letzten Meter
und das Panorama, was all die "Schmerzen" entschädigte
Nach dem erhebenden Gefühl den Gipfel erklommen zu haben, verbrachten wir noch eine Weile dort, irgendwann wurde es aber zu kühl und man konnte fast nichts mehr aufnehmen. Dann machten wir uns
über einen anderen Weg auf den Abstieg. Auch dabei gab es noch wundervolle Panoramen über die kleine Bergwelt des Cap Corse.
Über einen Bergkamm ging es bergab, immer mit Meerblick
Am linken Rand des folgenden Bildes hatte man den Blick auf die Bucht mit unserem Campingplatz
Erbalunga
Wir kamen an alten Hirtenhütten vorbei, und wieder gab es tonnen von Brombeeren, frische Quellen....
Der spätnachmittagliche Blick Richtung Bastia und die Ostküste
Irgendwann ziemlich weit unten waren es dann keine Pfade mehr, sondern korsische Wirtschaftswege, die teils sehr unangenehm zu laufen waren.
Leider wollten diese Pisten kein Ende nehmen und Andre, unser männlicher Mitläufer lief sich eine sehr dicke Blase. Er musste da leider durch
Kurz vor der Zivilisation, bzw dem erreichen des Dorfes Silgaggio ging es nochmals richtig bergab mit uns. Ich hatte keine Ahnung, welche Autos dort hochkommen sollten. Gefühlt waren das 45°,
quer absteigen war viel angenehmer als gerade den Berg hinabzugehen.
Die Blasen wurden dann so unangenehm, dass wir unsere fitten Mädels vorschickten, um das Auto zu holen. Andre lernte beim Gang durch das Dorf einige sehr nette alte Corsen kennen, die zu seinem
Humpelschritt einiges zu sagen hatten, was wir aber nur zum Teil verstanden. Dennoch war das eine sehr angenehm lustige Episode.
Am Ortsende leihten wir uns noch einige reife Feigen von einem wilden Feigenbaum und wurden kurz darauf abgeholt. Das hat dann gut einen Kilometer eingespart.
Mir ging es noch überraschend gut, keine Blasen, aber schmerzende Muskulatur, überall! Wir machten uns dann auf den Weg zum Platz, es gab für alle riesige Steaks, wir hatten es uns
verdient.
An dem Abend war für uns klar, dass es morgen nur noch einen Ruhe- oder Fahrtag geben würde. So verabredeten wir uns nach diesen gelungenen Tagen für den übernächsten Campingplatz.
Tag 6 01.09.16 Weiterfahrt ums Cap, Nonza, Saint Florent
Der nächste Morgen war irgendwie anstrengend, viele bekannte, aber noch mehr unbekannte Muskelgruppen schmerzten. Ein recht umfassendeer Muskelkater kündigte sich an.
Nach einem guten ausgiebigem Frühstück packten wir unsere Sachen und hangen an. Auf der Entsorgungsstation ließ ich noch den Abwassertank ab und los konnte es gehen.
goo.gl/maps/3CQuCMwrEp72
Die Einfahrt vom Platz
Schönes Wetter kündigte sich an und so umrundeten wir das Cap und hielten nochmal bei etwas besserer Sicht an Moulin Mattei und genossen die nun etwas besser Sicht.
Vor der Straße an der Westseite des Caps möchte ich Gespannfahrer warnen. Es geht zwar, die Chancen stehen auch gut in Saint Florent anzukommen, es gibt aber einige sehr enge und unangenehme
Stellen. Noch dazu gibts im touristisch stark frequentierten Nonza unendlich viele parkende Autos und welche die Parkplätze suchen. Ganz viele Mietwagen darunter, ich musste zwei drei mal die
Spiegel einklappen und auch am 2,10m schmalen Wagen fehlten nur cm.
Aber man baut auf den Strecken, es wird immer besser, die Straßen werden sogar begradigt, aber auch nur so, dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 auf 30km/ erhöhen kann

So sieht es auf breiten Abschnitten aus.
Die Westküste des Caps ist deutlich schroffer, die Felsen fallen oft steil ins Wasser, es gibt kaum Strände, wenn überhaupt nur dunkelgraue Kieselstrände
Nach relativ langer fahrt mit grandiosen Blicken war als Zwischenziel Nonza geplant. Ein schönes Dorf auf einer Felsnadel hoch über dem Meer, 200m darunter ein langer dunkler Strand. Beim letzten Mal fanden wir dort keine Parkmöglichkeit, auch dieses mal wurde es schwierig, wir fanden dann aber doch noch eine Parkbucht einige Meter hinter dem Ort. Glück gehabt!
Der Ort ist ganz schön, aber mittlerweile sehr touristisch.
Ganz oben auf der Felsnadel steht natürlich wieder einer der typischen Genuesentürme
mit schönem Blick auf Ort und Strand
Irgendwann sollte es dann langsam wieder weiter gehen und so nahmen wir die Stufen runter zum Dorf
Auf dem Rückweg zum Auto nochmals wehmütig zurückblickend...
Von dort ging es dann abermals über spannende Straßen
zu unserem Ziel Saint Florent
Dort wollten wir eigentlich nur eine Runde bummeln, nett essen gehen und die Zeit genießen. Erstes Ziel war der empfohlene Platz
Camping Kalliste
Der Platz liegt etwas hinter Saint Florent und entspricht eigentlich nicht so sehr unseren Vorstellungen. Es gibt viele Mobilheime, alles ist durchparzelliert. Der Großteil liegt im Schatten,
Sanitäranlagen waren gut, aber nicht mehr. Blöde, bzw total unsinnige Schaltungen der Beleuchtung in den Waschhäusern verhinderte aber Duschen bei Dunkelheit. Die Bewegungsmelder saßen teils so,
dass sie einen beim Duschen nicht detektieren konnten. 
Aber sonst war er schon sehr in Ordnung. Einziges Problem, man konnte uns nur einen Platz für eine Nacht anbieten, weil am Folgetag eine größere Reisegruppe alle verfügbaren Plätze gebucht hatte.
Ups!
Es gab abends noch ein Musikprogramm. Der Strandzugang ist ist ganz in Ordnung, ca 200m ab Strandausgang. Der Strand ist sehr schön, aber auch sehr schmal, im Sommer wird er wohl unangenehm voll
sein.
Am späten Nachmittag ging es dann ins Dorf, erst versuchten wir es über den Strand
Was aber leider nicht klappte. Der viele Regen von der Gewitterfront hat ein Stück weggerissen, so dass man nicht bis zum Ort durchkam. So mussten wir den Umweg über ein Brücke an der sehr stark
befahrenen Brücke nehmen.
Der Ort war ziemlich überlaufen, so gar nicht das, was wir mit unserem Ganzkörpermuskelkater brauchten. Das ausgesuchte Restaurant war leider auch eher ein Reinfall, so gingen wir noch hoch zur
alten Zitadelle und genossen den Ausblick
Danach saßen wir noch eine Stunde und schauten den Boulespielern zu, bis es uns ganz dringend Richtung Bett zog.....
Am Wohnwagen angekommen, genossen wir noch die Stimmung auf dem Platz. Wie schon angedeutet gabs im weiter entfernten Restaurantbereich noch sehr gute Livemusik. Mit der im Ohr und einem Glas
guten korsischen Rosé Wein genossen wir noch etwas die Zeit am Wagen.
Irgendwann ging es dann gegen 23Uhr ins Bett...
...schlafen war aber leider nicht. Die Musik war zwar aus, aber so ca 5m vor dem Bett meinten die versammelten deutschen Kinder des Platzes, dass es beim Kniffeln darum ging, wer die Würfel am
lautesten auf den Tisch hauen kann. Das hörte ich mir eine ganze Weile an, weil eigentlich kann ich immer schlafen, inbesondere wenn man so schön müde wie heute war...
Na ja, nachdem ich sie freundlich aber bestimmt auf ihren Fehler hinwies, wurden sie ruhiger. Allerdings machte ab da das kniffeln keinen Spaß mehr und 5min später war Stille. Herrlich....

Tag7 02.09.16 Weiterfahrt nach Corte
Da man keine Möglichkeit sah uns eine weitere Nacht auf dem Platz unterzubringen und wir mehr oder weniger mit den beiden anderen verabredet waren, entschlossen wir uns wieder aufzubrechen. Wir
sind ja mittlerweile perfekt eingespielt und bauen auch wirklich nur das auf, was benötigt wird. Daher sind die ganzen Platzwechsel überhaupt kein Problem, und es kommen noch einige....
goo.gl/maps/cjRLLQcDUhB2
Weiter ging es erstmal durch das Desert des Agriates, einer wüstenartigen Landschaft im Nordwesten der Insel. In dieser kargen Region konnten wir an den zahlreichen Haltemöglichkeiten noch einmal
den Blick auf den Golf von Saint Florent und das dahinterliegende Cap Corse genießen, auf der gegenüberliegenden Seite der Blick ins Hochgebirge.
Ziel war eben Corte, die kleine Universitätsstadt und einst vorübergehende Hauptstadt inmitten der Insel. Die Stadt selbst ist sehr schön gelegen, aber für unseren Geschmack nicht übermäßig
sehenswert. Sie ist aber ein guter Ausgangspunkt für Fahrten und Wanderungen in Hochgebirge Korsikas.
Für uns stand das wohl bekannteste korsische Hochtal mit den wunderschönen Bergseen im Mittelpunkt des Interesses, das Restonicatal. Mehr dazu aber später.
Die Fahrt führte uns durchgehend über gute und für Gespanne gut fahrbare Straßen nach Corte. Die 81 ist noch ziemlich kurvig, aber ausreichend breit, die T30 (Nationalstraßen wurden seit 2014 auf
Korsika in Territorialstraßen umbenannt) bis Corte bietet aber selbst für zwei überbreite Schwertransporter ausreichend Platz.
In Corte wurde es dann etwas kniffelig, zum einen wollten wir noch etwas einkaufen, was aber durch Parkverbotsschilder für Gespanne und Wohnmobile am großen Giant Supermarkt verhindert wurde.
Einige Meter vorher gab es aber an einem Kreisel eine Möglichkeit im Schotter zu parken.
Die zweite und größere Herausforderung war es jedoch einen Platz für zwei Gespanne zu finden.
Platz 1, Camping Le Restonica ist wunderschön direkt am Fluß gelegen. Die Zufahrt war jedoch extrem steil abfallend mit einem schönen Knick zu Straße. Wir wären vielleicht noch dort runter
gekommen, aber unsere neuen Freunde mit ihrem tiefen A4 sicher nicht. Zudem war der Platz recht voll.
Platz 2, Camping Alivetu erschrak etwas durch die bescheidene oder besser etwas hässliche Zufahrt. Der geöffnete Platzbereich war durch viele Steine sehr holprig, aber unter schönen Olivenbäumen
gelegen. Die Stromsäulen waren im Gegensatz zu allen anderen angefahrenen Plätzen eigentlich von überall sehr weit weg. Über die Sanitäranlagen sprechen wir später...
Platz 3 Chez Bartho. Der Platz ist wenige hundert Meter weiter sehr schön gelegen, allerdings stand an der Einfahrt ein Längenbegrenzungsschild. Wohnmobile max 7m, Gespanne max 10m. Wir hätten es
geschafft, unsere neuen Freunde nicht. Der Blick darunter machte schnell klar, dass selbst die angegebenen Werte den Fahrer schon viel abverlangen werden. Nach einer steilen Abfahrt von der
Hauptstraße geht es mit einem sehr engen Knick auf eine nicht übermäßig vertrauenserweckende einspurige Brücke.
Platz 4 U Sognu. Für die Zufahrt muss man die ersten hundert Meter ins Restonicatal einfahren. Die Straße ist bis zu dem Platz durch sehr alte Bebauung so schon maximal eng. Wer hat denn früher
schon daran gedacht, dass dieses Tal mit diesem Feldweg zu einem der bedeutenderen Reiseziele der Insel werden sollte. Link
In der Beschreibung im Paradisu Reiseführer war schon beschrieben, dass die Platzbesitzer etwas speziell seien. Waren sie auch.
Während ich mich auf der Straße versuchte möglichst schmal zu machen, damit der rege Verkehr nicht völlig zusammenbrach, wollte sich meine bessere Hälfte den Platz kurz anschauen, was dem
Besitzer so gar nicht gefiel und dazu führte, dass er etwas arg unfreundlich wurde.
Was nun?
Nach einigen Telefonaten einigten wir uns auf Alivetu
Camping Alivetu
So nett die beiden Bilder auch aussehen, ich würde dort vermutlich nicht mehr hinfahren. Bzw wenn doch, nur noch mit dem Wohnmobil und komplett eigenen Sanitäranlagen. Wie stand es im Pardisu
Führer. Hier wird nicht gearbeitet, hier wird Geld abgezockt.
Der Platz war der teuerste aller angefahrenen korsischen Plätze. Für rund 35€ bekam man einen sehr bescheidenen Platzstandard, ein Sanitärhaus, dass zusammengebastelt war und einen gewaltigen
Sanierungsstau hatte. Es war sehr ungepflegt. Die tägliche Reinigung bestand darin alles mit dem Hochdruckreiniger abzuspritzen. Es war zudem zu dunkel. Wohlfühlen war dort nicht.
Der größere weitgehend schattenlose untere Platzteil war nur mit Mut zu erreichen, so ausgefahren war die steile Abfahrt. Auch dort stand ein runtergekommenes Sanitärhaus inmitten von nichts als
Staub.
Dennoch verbrauchten wir dort schöne Tage, nutzten aber überwiegend das eigene Klo.
Wir hatten auch noch etwas Pech, weil gerade eine osteuropäische Reisegruppe, teils mit Zelten, teils in den Hütten am Platzrand untergebracht waren. Die hatten mit Campingplätzen nicht viel am
Hut, so sah es dann auch in den Toiletten aus, so laut war es auch abends noch. Es war aber viel angenehmer als die Kniffelhämmer am Vorabend. 
Immerhin gab es auch dort, wie auf allen Plätzen, einen Baguetteservice am Morgen.
Nett war zudem der Blick von der Platzzufahrt auf Corte
Tag 8 03.06.16 Wanderung zu den Bergseen des Restonica Tal
Der Tag fing mit einem gemütlichen Frühstück mit dem bis dahin kleinsten und schlechtesten, dafür aber teuersten Campingplatzbaguette an. Irgendwie passend für den Platz.
Klar, zu hause kommen die meisten Baguettes nicht mit dem mit, aber trotzdem passte es ins Bild.
Wie auch immer, genießbar war es durchaus.
Um uns herum gab es relativ hektisches Treiben, die Reisegruppe packte ein, da der Reisebus samt Anhänger für die Fahrräder auf den Platz kam, der Arme Bus hatte danach quasi überall tiefe
Kratzer und Dellen, da die Olivenbäume nicht einsahen nachzugeben, aber auch viele andere waren schon früh unterwegs.
Auf Korsika waren auf fast allen Plätzen sehr viele Aktivurlauber unterwegs, hier waren es vor allem Radfahrer und Kletterer, die schon früh aufbrachen. Wie ließen es einmal mehr eher gemütlich
angehen, unsere Mitreisenden sowieso.
Gegen halb 11 war die Reisegruppe dann fertig und fuhr ab
Beim zweiten Bild musste der arme Busfahrer mehrfach vor und zurücksetzen, auch der Baum gab nur mit Nachdruck nach, so krachte und schepperten Blech und Äste.
Kurz darauf waren wir auch so weit und brachen auf für die Tour ins
Restonicatal. Das Tal ist eines der alpinen Highligts der Insel. Es führt eine teils extrem schmale und steile Straße hinauf, man kommt aber nur hinauf, wenn oben noch Parkmöglichkeiten
vorhanden sind. In der Saison muss man sehr früh los oder einen der Shuttle Busse nehmen, jetzt war 11Uhr gerade noch so ok.
Man muss auch bedenken, dass die Strecke vor allem in der Saison nur als Einbahnstraße zu nutzen ist. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt darf man nur hochfahren und ab einem gewissen Zeitpunkt auch
runterfahren.
Auf den 15km zur Bergerie muss man etwa 1000 Höhenmeter überwinden. Auf halber Strecke gibt es noch einen Campingplatz, den man mit wirklich kleinen Gespannen und Wohnmobilen noch erreichen kann,
danach wird es dann wirklich eng und noch schöner. Eigentlich zu schön um wahr zu sein.
Witzig ist vor allem auch, dass man noch immer auf eine Mittelspur setzt, ganz egal, dass rechts und links bei weitem keine 1,5m Platz wären. So sahen übrigens in den 80er Jahren sehr sehr viele
Straßen auf der Insel aus, heute sind es nur noch die auf der Karte weiß eingezeichneten Nebenstrecken, wobei selbst die meist bessere Straßenbeläge haben.
Oben angekommen schlüpften wir in unsere Wanderschuhe, die ich auf dieser Route ganz besonders empfehlenswert finde, und los ging es Richtung Lac di Melo auf 1710m und Lac di Capitello auf
1930m.
Wer wirklich trittfest und sportlich ist, wird die Tour auch mit stabilen Sportschuhen überstehen, wenn nicht, wie geschrieben, am besten hohe Wanderschuhe. Wenn man nicht mal ausnahmsweise auf
glatten Felsplatten laufen kann, hoppst man den ganzen Tag von Stein zu Stein.
Jetzt jede Menge Eindrücke, aber trotz des mittlerweile mehrmonatigen Abstandes, kann ich mich kaum für die Bilder entscheiden, es werden also im Zweifel zu viele sein. 
Schuhe an
Und los....
irgendwann kommt man dann an der Bergerie an, wo der eigentliche Wanderweg los geht
Im unteren Teil kann man durchaus noch von einem Wanderweg reden...
...mit viele spektakulären Blicken ins Tal zurück
Irgendwann muss man sich dann entscheiden, es gibt eine Route links herum zum Melosee, die angeblich einfach sei, und eine Route rechts herum, die schwieriger sei. Wir dachten uns für den
Aufstieg sei die schwierigere die bessere? Keine Ahnung ob ich das nochmals so gehen würde.
Es ging auf jeden Fall gut hoch, bei manchen Bildern sieht man irgendwo ganz klein die Menschen.
Gelegentlich gibt es dann auch Leitern, wenn es keine Wanderroutenalternativen gibt
Es hat viel Spaß gemacht, auch wenn es mühselig war. Letztlich hatten wir alle noch die Tour vom Monte Stello in den Knochen. Etwas blöd war nur, dass man gefühlte 10mal glaubte bald den ersten
See erreicht zu haben, aber dennoch immer wieder getäuscht wurde.
Aber immerhin wurden die Blicke auf die schroffe Felslandschaft immer schöner
Irgendwann erreichten wir den Melosee aber dann doch noch. Wunderschön wie er im Felskessel liegt.
aber fast noch schöner war die Bergwelt außen herum
Nach einem kurzen Aufenthalt am See, wo manche auch badete, entschlossen wir uns für den Aufstieg zum Capitellosee. Ob ich es in dem Zustand heute nochmal machen würde, weiß ich nicht. Der
Rückweg war jedenfalls für uns alle zu viel.
Aber die Ausblicke waren es mehr als wert. Ein Traum dort oben.
Der Aufstieg zog sich und zog sich, wie geschrieben entweder über mehr oder weniger große Steine springen oder über den Fels. An den ganz steilen Stellen gab es Stahlseile, an denen man sich
festhalten konnte.
Aber es lohnte sich!
Bitte ruhig auf die Bilder klicken, teilweise befinden sich schöne Panoramen hinter den kleinen Vorschaubildern in Standardgröße
Der Capitellosee
Die Blicke zurück ins Tal, also dort wo man herkam
Im Hintergrund rechts der 2622m hohe Monte Rotondo
Nach einer längeren Rast dort oben dachten wir dann über den Rückweg nach. In der Hoffnung einen angenehmeren Weg zu finden, fragten wir noch zwei Wanderer, die den GR20 liefen (das ist was für
härtere als uns
), wie es dort weiter oben ausschaute. Sie machten uns aber wenig Hoffnung und so kraxelten wir den
Weg zurück.
Was man doch für ein Weichei geworden ist, merkte man immer dann, wenn sportliche Familien mit sportlichen Kindern die gleichen Wege gingen. Oder lag es an unseren schweren Beinen von der letzten
Tour?
am Melosee angekommen hatte meine bessere Hälfte etwas Frust, aber wir alle merkten, dass sich die Beine weich anfühlten und wir deutlich ungenauer traten. Kein gutes Gefühl auf einer Bergtour mit so vielen Steinen.
Aber schön war es dennoch
Der angeblich einfachere Weg auf der anderen Talseite unterhalb des Melosees erwies sich nicht als allzu viel angenehmer. Im Gegenteil, weniger glatte Felsstrecken, mehr Steine. Man muss dabei sagen, dass es sich dabei teils vermutlich um Wasserläufe handelte, die man da entlangkraxelte. Es sah jedenfalls alle aus wie trockene Gerbirgsbachbetten. Alles was grün war, konnte man eigentlich nicht belaufen
Aber dennoch kam man irgendwann unten an, den letzten Kilometer auf der Straße zu laufen, war ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Nach gefühlten unendlichen Stunden nicht mehr auf jeden einzelnen
Schritt achten zu müssen, entspannte ungemein.
Eine Hirtenhütte dort oben
und wieder runter über die tolle Straße
Fast unten eine letzter Blick zurück
Am Campingplatz vielen wir alle quasi um. Raus aus den Wanderschuhen war es ein tolles Gefühl. Sogar die ollen Duschen sah man als Wellness an. Wegen dem guten Licht quälte ich mich nochmal die zwei-dreihundert Meter vor den Platz um für euch dieses Bild zu machen
Danach war schluss mit lustig, der Grill musste zeigen, was er konnte, danach war uns nur noch nach schlafen. Komisch, oder?
Tag 9 04.09.16 Verkaterter Rundgang durch Corte
Ich weiß gar nicht warum, aber der Tag war anstrengend. Hat man noch am Vortag einen kleinen Kampf mit dem trägen Körper geführt, so führte der Körper heute Krieg gegen mich. Ungelogen, das war
der irrste Muskelkater meines bisherigen Lebens. Eigentlich wollte ich gar nichts machen, einfach liegen bleiben bis man wieder müde ist, wär die Variante gewesen, ich lies mich dann aber doch
noch zu einem Frühstück und einen Gang durch Corte hinreißen. Unsere neuen Freunde gingen noch shoppen.
Die Stadt Corte gilt als heimliches Zentrum der Insel. Es gibt eine kleine Universität, eine Zitadelle, die als Museum genutzt wird, von uns aber nicht besucht wurde. Die kleine Innenstadt ist
nicht allzu sehenswert, an einem Sonntag Nachmittag außerhalb der Saison und in den Semesterferien wirkte sie aber teils schon fast tot.
Dennoch gab es nette Ecken in der Altstadt, wo Touristen die Restaurants, Bars und Geschäftchen etwas belebten. Vom Platz aus ist es nicht allzu weit in die Stadt, in normaler Verfassung ist man
das schnell gelaufen.
Und so ging es dann vom Platz runter zur Brücke über die Restonica
und auf der anderen Seite den Berg wieder hinauf, entlang einer menschenleeren Straße mit mehr oder weniger schönen Gebäuden
Das Denkmal von Pasquale Paoli, dem großen korischen Helden, der Korsika im 18. Jahrhundert für einige Zeit in die Unabhängigkeit führte und Corte zur Inselhauptstadt machte
Treppen gibts relativ viele
Oder hier der Place Gaffory, benannt nach dem korsischen General, der Corte von den Franzosen im 18. Jahrhundert befreit hat.
Wenig weiter ist man auf dem Belvedere, dem Aussichtspunkt recht weit oben auf dem Fels und hat ein schönes Panorama auf die Zitadelle und das Umland
Danach machten wir uns zurück zum Platz und zumindest mir war nach nichts, außer liegen und lesen. Erst gegen Abend kehrte wieder ein wenig leben ein, die beiden anderen kamen von ihrem kleinen
Ausflug zurück, sie hatten unterwegs eine nette und sehr dekorative LED Lichterkette erstanden, die uns später noch etwas sorgen machen würde.
Die wurde dann nach einem langen und ausgiebigen Mahl beim spätabendlichen Bouleturnier vor unseren Wagen eingeweiht.
Tag 10 05.09.16 Weiterfahrt in den Urlaub
An diesem Morgen gab es ganz wunderbares Baguette und Croissants aus einer kleinen Bäckerei wenige Meter in den Ort rein. Die waren billiger, größer und extrem viel besser, als das was uns unser
super Platzwart zur Verfügung stellte.
Unsere Grundstimmung war schon wieder etwas besser, dennoch bekriegten uns unsere Körper.
So entschlossen wir uns den bescheidenen Platz und die Bergwelt zu verlassen und uns Richtung Strand zu bewegen. Unsere Mitcamper wollten noch unbedingt einen Ausflug mit dem Rad rund um Corte
unternehmen, so trennten und verabredeten wir uns für die nächsten Tag irgendwo bei Solenzara.
goo.gl/maps/bBgRGRBxr9H2
So ging es über beste Landstraßen entlang eines netten Bergtals Richtung der von vielen "echten" Korsikafans gemiedenen Ostküste. Zugegebenermaßen, landschaftlich ist die weite Ebene rund um
Aleria kein besonderes Highlight. Sie wird landwirtschaftlich genutzt, es wächst dort jede Menge hervorragendes Obst, Wein usw.
Die Hauptorte in der Ebene sind aber alles andere als schön. Sie sind sehr jung, weil noch gar nicht lang besiedelt, die Region war noch fast bis in die 1950er Jahre Malaria Gebiet und kaum bis
gar nicht besiedelt. Danach hat man Araber dort angesiedelt, die viele günstige aber auch zeitgemäße Betonbauten in leicht arabischen Stil hochzogen.
Den Korsen war das natürlich ein Dorn im Auge, es war ein Affront mehr der französischen Regierung.
Aleria geht noch einigermaßen, Ghisonaccia lässt man am besten schnell hinter sich, außer man sucht größere Supermärkt. Weiter südlich kommt man an einem Militärflughafen direkt am Strand vorbei
und schließlich irgendwann in Solenzara an. Auf dem Weg fiel mir dann endgültig auf, dass unser Auto in jeder Linkskurve seltsame Quietschgeräusche machte. Das beunruhigte etwas, vor allem, da es
langsam aber sicher immer schlimmer wurde...
Da wir Strandlage haben wollten, standen uns zwei Plätze bei Solenzara zur Verfügung.
Platz 1 Cotes Nacres: Abgesehen von ein, zwei Baufahrzeugen eine nette Anlage direkt am breiten Strand. Es sah bei der Besichtigung alles gar nicht so schlecht aus, wenn die Rezeptionistin uns
nicht so ratlos zurückgelassen hätte, wären wir vielleicht sogar geblieben. Da sie aber keine Ahnung hatte, ob wir mehr als einen Tag bleiben konnten und auch sonst nicht übermäßig motiviert
wirkte, entschlossen wir uns noch den Alternativplatz anzuschauen.
Platz 2 Les Eucalyptus
Der Platz liegt leider unmittelbar an der stark befahrenen Territorialstraße, einer der Hauptverbindungen auf Korsika, die leider nachts manchmal als Rennstrecke herhalten muss. Zweiter negativer
Punkt, schöne beschattete Bereiche gibt es nur an der Straße, ansonsten wirkt der Platz eher kahl und staubig. Platzgestaltung ist keine zu sehen, außer der Beleuchtung.
Das waren aber schon die negativen Punkte. Jetzt im September war die Sonne zwar noch sehr warm, es war aber schon quasi direkt auf dem Strand stehen zu können. Ok, der Sand störte anfänglich,
bis man sich daran gewöhnt hatte, dass er einfach überall war.
Davon abgesehen waren die Sanis völlig in Ordnung,
die Platzbetreiber sehr freundlich, immer mit einem humorvollen Spruch auf den Lippen, die Baguettes etc war super....... man konnte es aushalten. Die Geräuschkulisse der Straße wurde auch meist
von der Brandung übertönt.
So entschlossen wir uns, hier zu bleiben. Anfänglich war die erste Reihe komplett belegt, wir machten es uns in der zweiten Reihe gemütlich, allerdings erst nach mehreren Standortwechseln wegen
übersehenen Ameistennestern direkt am Wagen. Mancher Nachbar schaute einen wegen der Wechselei nur noch fragend an.
Dann bauten vor uns die sehr netten Franzosen ihren Wagen ab. Er erzählte mir in sehr bemühten französisch-englisch, dass sie jetzt 3 Monate hier waren. Der uralte Bürstner war ihre Homebase,
zusätzlich hatten sie ein Boot dort stehen, und meinen Mover fanden sie überhaupt ganz klasse.
Er gab mir noch
seinen dicken Fäustel, damit ich meine Heringe in den dort noch sehr festen Boden einhauen könne.....
Eigentlich schade, dass die beiden abgereist sind, das waren interessante und offene Menschen....
Als ihr auf der Insel verbleibender Wohnwagen dann noch von einem der Stellplatzvermieter abgeholt wurde, war die erste Reihe frei, ich machte mir noch kurz Gedanken, ob ich das Sonnensegel noch
ein viertes mal aufstellen wollte, na ja, eigentlich war die Entscheidung gleich klar, natürlich wollte ich in die erste Reihe.
Also der nächste Umzug, ab nach vorn, wo wir uns etwas breiter machten, damit unsere Nachzügler auch noch etwas Platz fanden.
Dieses mal brauchte ich keinen Fäustel, sondern meine Sandheringe, die ich zusätzlich mit eingesammelten dicken Natursteinen beschwerte, damit sie ordentlich hielten.
Der Rest des Tages bestand dann nur noch aus schwimmen im heute noch kristallklaren Wasser, ruhen, lesen, essen, trinken und schlafen. Es war fast perfekt. Vor dem Wagen war tatsächlich nur noch
der Strand.
Tag 11 06.09.2016 Der Gewittersturm
Heute war zum ersten mal nichts tun angesagt, ok, nichts tun wurde durch vielmalige Badepausen unterbrochen, und vom lesen, und vom..... Es war auf jeden Fall herrlich warm und im Schatten des
Sonnensegels für mich einfach nur gut.
Zwischendurch kamen die beiden Nachzügler und ich rückte mit dem Wagen nochmal einige Meter weiter Richtung Treibsand, wo niemand so ohne weiteres mehr stehen konnte, ohne sich
festzufahren.
Die Wellen waren an diesem Tag toll, man musste zwar beim rein-und rausgehen mit den Wellen aufpassen, da der Strand recht steil ins Wasser geht, aber wir hatten dennoch viel Spaß.
Aber leider nicht den ganzen Tag! Meiner besseren Hälfte passierte das große Missgeschick sich von einer brechenden Welle überrumpeln zu lassen, die ihr leider die Sonnenbrille, auf die sie bei
dem starken Sonnenschein angewiesen ist, vom Kopf schlug. Sie erschreckte sich erstmal und blieb dummerweise im Brandungsbereich sitzen, sodass die darauf folgenden Wellen sie ordentlich hin- und
herspülten. Ich bin wenige Augenblicke später dagewesen und habe sie aus der Brandung gezogen.
Leider hat sie viel Wasser geschluckt und der Schreck saß erst mal tief. Einige Augenblicke später war aber der Verlust der Brille schon wieder eindeutig das größere Problem. Sie geht ja ohnehin
schon recht hart mit sich ins Gericht, wenn sie Fehler macht, aber bei solchen Unachtsamkeiten gleich nochmal doppelt. So war der Haussegen fürs erste in Schräglage gerutscht. Zumal es die zweite
hochwertige Sonnenbrille innerhalb eines viertel Jahres war, die ihr unfreiwillig entrissen wurde.
Ich bin dann nochmal mit Schnorchelausrüstung los, konnte aber nichts sehen, so aufgewühlt war der Sand im Wasser. Dazu gabs eine spürbare Strömung Richtung Süden.
So wurde die Tagesplanung geändert und wir machten uns am frühen Nachmittag auf den Weg Richtung Ghisonaccia, wo wir unterwegs mehrere große Supermärkte mit kleinen Einkaufszentren gesehen
haben.
Fest stand, es sollte für den Resturlaub nichts teures mehr sein. So wühlten wir uns von Geschäft zu Geschäft und fanden dann gleich zwei Brillen, die ihr gefielen. Natürlich war der Resttag dann
schon wieder angenehmer. 
Abends saßen wir dann teilweise mit unseren Urlaubsbegleitern zusammen, die neben uns standen. Das war immer sehr schön ungezwungen, man stand beieinander, quatschte zwischendurch mal, abends saß
man mal zusammen oder auch nicht, einfach ungezwungen und sehr angenehm.
In meiner Wetterapp wurde für den Abend Gewitter angesagt. Das Sonnensegel schützt zwar gut vor Sonne, aber sonst eher vor nichts. Es stand zwar gut, aber wir bauten es ab. Heringe können sitzen
Bleiben, die zwei Stangen nach unten raus nehmen und das Segel aus der Kederleiste ziehen, fertig. So baute ich es sicherheitshalber einfach ab und klappte Tisch und Stühle zusammen.
Ich habe zwar jedem davon erzählt, dass in der Nacht mit schlechtem Wetter zu rechnen ist, aber irgendwie wollte keiner was davon wissen.
Das Gewitter kam näher und wir schauten uns begeistert das tolle Wetterleuchten an. Meine bessere Hälfte verschwand zeitig ins Bett, da sie von den Erlebnissen des Tages etwas erschlagen war und
Ruhe wollte.
So saß ich bei den Nachbarn und erklärte dort, wie man am geschicktesten Blitze fotografieren kann. Das Wetterleuchten kam näher und näher, hier und dort donnerte es kräftig, aber überall wurde
Ruhe gehalten, bis.....
....ja bis uns das Gewitter mit einem mächtigen Downburst erreichte. Von jetzt auf gleich wechselte der Wind von quasi Windstille auf eine gefühlte Windstärke 8 bis 10. Wir brachten bei unseren
Begleitern noch gerade so die elektrischen Geräte, wie Kamera und Kühlbox in Sicherheit, da riss sich das eigentlich gut stehende Sonnensegel beim Nachbarn los. Im gleichen Moment setzte dann
auch massiver eiskalter Regen ein, der gefühlt von unten und oben gleichzeitig kam. Wir versuchten erst mal das Sonnensegel des Nachbarn zu sichern. Der ältere Herr lag schon im Bett und kam
nackt heraus und half dabei. Es schlug schon auf dem Dach kräftig auf die Aufbauten des Wohnmobils. Seine Madame kam nur wenige Sekunden später raus und versuchte ebenfalls zu retten, was zu
retten war. Wenn man sich umschaute, sah man nur noch die direkten Nachbarn, die ebenfalls überall am sichern waren. Weiter konnte man wegen den Regenmassen schon gar nicht mehr sehen, zumal der
Strom auf dem Platz für einige Minuten ausfiel und und dort fast völlige Dunkelheit herrschte.
Bis jetzt waren vielleicht 3min vergangen. Plötzlich war Andre weg, ich half noch kurz beim einholen des Segels der älteren Herrschaften und schaute wo er war. Er war nicht so schwer zu finden,
da er gerade versuchte seine Lichterkette unter seinem sich gerade losreißenden Sonnensegel zu retten. Das gelang nur noch mit Mühe und meiner Hilfe beim festhalten des Segels. Kaum war es
geschafft wurden die Böen abermals stärker und wir versuchten nur noch weitere Schäden am Wagen zu verhindern. Also Gestänge drunter abbauen und erst mal das Sonnensegel fliegen lassen. Danach
brachten wir uns erstmal in unseren Wagen in Sicherheit.
Ich muss ganz ehrlich sagen, erste Strandreihe ist schon etwas unheimlich, wenn der Sturm vom Meer aus kommt und vorher nicht gebremst wird. Der Wagen wackelte jedenfalls bedenklich. Ich bibberte
und zitterte vor Kälte am ganzen Körper und musste mich abtrocknen, da ich nass wie frisch geduscht war. Und ganz ehrlich waren wir insgesamt ziemlich beunruhigt. Der Strand hat eine relativ
steile Abrisskante, wo es vom quasi ebenen Strand ca 3m runter ans Meer geht.
An diesem Abend konnte ich die Wellen dank der Vorzeltleuchte durch das Fenster beobachten, wie sie die 3m hohe Kante gelegentlich überrollten. Es hätte nicht mehr allzu viel Wellenhöhe gefehlt,
bis es für nasse Füße gereicht hätte. Saublödes Gefühl.
Nach ca 10min ließ der Wind ein wenig nach, sodass wir das Sonnensegel von unserer Urlaubsbegleitung noch einholen konnten. Danach war Schluss mit weiteren Rettungsaktionen. Gefühlt erfroren
saßen wir zugunsten der optimierten Gewichtsverteilung noch eine ganze Weile auf der windzugewandten Seite im Wagen und hofften, dass es bald besser werden würde.
Es wurde dann zwar besser, der Regen ließ aber nicht nach, sodass wir dann irgendwann im Bett verschwanden. Einschlafen fiel mir zugegebenermaßen schwer, zu viel musste verarbeitet werden. Aber
irgendwann klappte es.
Tag 12 07.09.16 Die Kugel gefunden und Ausflug nach Porto Vecchio
An diesem Morgen wurde meine bessere Hälfte einige Zeit vor mir wach. Sie machte sich natürlich direkt nach draußen zur Bestandsaufnahme. Es ging eigentlich noch, meine Gummilatschen und weitere
Schuhe fand sie ca 40m in Windrichtung hinter dem Wagen. Die noch hektisch unter den Wagen geworfenen Tische und Stühle waren etwas eingesandet, die Trittstufe stand bei unseren Nachbarn schräg
hinter dem Wagen.
Sonst sah es auf dem Platz sehr unterschiedlich aus. Einige sehr ordentlich verspannte Vorzelte standen nur noch teilweise, weiter hinten fehlten wohl auch welche Es stand sonst recht wenig auf
dem Platz, es lag eher.
Irgendwann kamen auch unsere Nachbarn raus. Bei der Bestandsaufnahme stellt Mann dann fest, dass zwei kugelige Dekoelemente seiner Lichterkette fehlten. Nach langer Suche fand er die dann hinter dem Wohnwagen ganz hinten auf dem folgenden Bild
Das war auf einem Bauhof, der zum Platz gehörte. Eine Kugel lag in der Schaufel des Radladers, die zweite in einem Reststück Abflussrohr, dass dort herumlag. Aber er hat sie tatsächlich
gefunden....
Ach so, das Nationalmannschaftsfanfahrzeug nochmal in Großaufnahme
Denen hat es den Pavillon komplett zerlegt.
Nach einem ordentlichem Frühstück im Wagen, machten wir uns auf einen Ausflug. Das Wetter war nicht so arg angenehm, nach einer Morgenflaute frischte der Wind empfindlich auf und es war
vergleichsweise kühl. Die Berge waren verhangen, sodass Touren dorthin ausfielen. So wurde es an diesem Tag die Stadt Porto Vecchio eine gute Stunde südlich von unserem Standort.
goo.gl/maps/xjQVRpPgCD12
In Solenzara hört der langweilige Teil der Ostküste auf, weiter südlich wird die Landschaft wieder etwas anspruchsvoller. Für korsische Verhältnisse zwar kein Highlight, aber ganz allgemein
betrachtet dennoch sehr schön.
Hier die Bucht, an der sich der, abgesehen von der stark befahrenen Straße, traumhaft gelegene Campingplatz Fautea befindet
Einige Kilometer weiter besuchten wir noch kurz einen Markt, der sich aber leider schon im Abbau befandt.
Das Thema quietschendes Fahrzeug machte uns aber immer noch Gedanken, denn es wurde mehr. Ursprünglich quietschte es nur bei starken Linkskurven, mittlerweile auch bei leichten. Wir beschlossen
in Porto Vecchio danach schauen zu lassen.
Aber erstmal ging es in die relativ kleine Altstadt. Kann man mal hinfahren, es gibt aber viele deutlich sehenswertere Orte auf der Insel.
und noch ein Blick über den beliebten Hafen
Danach ging es dann noch auf die Halbinsel südlich von Porto Vecchio, wo es einige größere Ferienanlagen gibt, und leider, wie dort fast überall in der Ecke, relativ viel meist wohl illegal
erbaute Villen. Gelegentlich sieht man auch mal ausgebombte Ruinen, es gibt immer noch viele Korsen, die gegen diese illegale Bebauung eine Menge haben. 
Auf dem Weg dort hin, machten wir aber noch einen Zwischenstopp bei einer Werkstatt. Na ja, bei der ersten vermeintlichen Werkstatt wurde uns noch zu verstehen gegeben, dass das nur eine
Prüfstelle sei und man nicht helfen könne. Dann sind wir zum nahegelegenen PSA Händler gefahren, wo ich mit Mühe mein Problem erklärt habe. Denkt ja nicht, dass dort jemand englisch gekonnt
hätte.
Irgendwann verstand die Dame, aber sie wollte mir erst einen Termin zur Diagnose 9 Tage später geben. Das wäre dann der Tag vor der Fähre gewesen, na danke.
Nach einem Brainstorming mit meinem heimischen KFZler haben wir uns dann entschlossen, weiter zu fahren und später selbst zu diagniostizieren.
Soweit so gut, wir sind weiter auf die Halbinsel zum Leuchtturm Chiappa gefahren. Einen schönen Blick hat man dort...