Wie ihr teilweise mitbekommen habt, bin ich nun rund knapp zwei Wochen auf Korsika gewesen. Da Korsika nicht unbedingt Wohnwagenland Nummer 1 ist, möchte ich euch ein wenig an dem Urlaub
teilhaben lassen.
Unterwegs waren wir die mittleren zwei Septemberwochen, die sich im Nachhinein als wunderbare Reisezeit entpuppt haben. Die Temperaturen an den Küsten waren durchgehend äußerst angenehm bei
Tageshöchstwerten zwischen 24 und 31°C, im Gebirge sah es natürlich anders aus. Auf den Passhöhen (rund 1500m) konnte man sich glücklich schätzen, wenn es für 15° gereicht hat.
Nachts hat das warme Mittelmeer an den Küsten schön gewärmt, es war bis in den späten Abend möglich mit kurzer Hose draußen zu sitzen.
So viel zu den klimatischen Bedingungen, weiter mit den Fakten.
Wer sich mit Korsika noch nicht befasst hat, wird von der Insel überrascht sein. Korsika ist mit rund 180km Länge und rund 70km Breite eine der größeren Mittelmeerinseln, Korsika ist mit dem
Hochgebirge mit eigenen Skigebieten und über fünfzig 2000ern aber vor allem eine extreme Insel. Es gibt nicht viele Ecken an den europäischen Küsten, wo Hochgebirge und Meer so nahe beieinander
liegt.
Das Gebirge und die dünne Besiedlung der Insel machen den Großteil des Reizes aus.
Es gibt Hochgebirgslandschaften die im Gegensatz zu den meisten Alpenregionen noch richtig wild sind. Wer gerne wandert wird sich über die echte Wildnis freuen.
Es gibt wilde Küstenlandschaften, die so herrlich unberührt sind, dass man die Schönheit der Natur dort kaum erfassen kann. Und immer wieder gibt es absolute Traumstände mit Sand oder Kies, deren
Wasserqualität einfach nur ein Traum ist.
Die Wildheit der Insel gepaart mit der dünnen Besiedlung haben aber auch einen anderen Nebeneffekt. Der Großteil des korsischen Straßennetzes ist recht abenteuerlich. Man sollte wahrlich nicht zu
den Zauderern gehören, wenn man auf der Insel abseits der flachen Ostküste mit einem Gespann unterwegs sein möchte. Wir waren mit einem kleinen Eriba Touring Oldtimer unterwegs, den ich für die
Insel angemessen halte.
Des weiteren sollte das Gespann für die Insel ausreichend motorisiert sein. Unseren 700kg Anhänger habe ich mit einem 125PS Mondeo Benziner gezogen, der für so manche Strecke kein Pferdchen
weniger hätte haben dürfen.
Wer ungünstigere Verhältnisse von Gewicht, Drehmoment und Leistung hat, sollte seine Touren auf der Insel etwas planen oder muss damit leben, dass die Fahrten sehr aufs Material gehen.
Viele gute Infos zur Insel und praktische Dinge wie eine Campingplatzdatei fast aller Korsischen Plätze (knapp 180) fürs Navi findet man übrigens auf www.paradisu.de
Genug des Vorgeplänkels, fangen wir mit den Erlebnissen und Bildern an, die ich euch in den nächsten Tagen/Wochen hier niederschreiben werde.
Tag 1
Nach großer Packorgie am Vortag klingelte Sonntags morgens um 3 unser Wecker. Die Fähre ging ab Genua am Montag Morgen um 9Uhr, 7.30Uhr war als spätest möglicher Check-in Termin angegeben. Die
gut 900km innerhalb von über 24h sollten also kein Problem sein.
Waren sie auch nicht.
Die Autobahnen jetzt im September waren durchweg gut zu fahren, dank 100er Zulassung erreichten wir trotz einiger Pausen den genuesischen Fährhafen schon gegen 17.00Uhr. Ich kannte es eigentlich
von diversen Fährfahrten Anfang der 90er Jahre, dass man problemlos in den Fährhäfen an den Terminals übernachten konnte. Nicht so in Genua, man schickte uns weg, da wir viel zu früh wären. Etwas
überrascht war ich übrigens, wie schlecht die Englischkenntnisse der dort Beschäftigten waren. Genua ist ein internationaler Fährhafen von wo Fähren fast den ganzen westlichen Mittelmeerraum
anfahren. Trotzdem haben wir niemanden gefunden, der uns halbwegs helfen konnte. Rund im den Fährterminal gab es zwar die ein oder andere Möglichkeit das Gespann zum Übernachten abzustellen, ich
muss aber gestehen, dass mir die Gegend dort etwas unheimlich war. Die Verzweifelung müsste schon groß sein, dort zu übernachten.
Ich hatte zum Glück vorgesorgt und mir einen Campingplatz knapp 10km vom Fährterminal rausgesucht, der nun angefahren wurde.
Campingplatz Villa Doria in Genua Pegli
http://www.eurocampings.de/de/europa/ita…a-doria-113113/
Die Anfahrt zum Platz ist schon recht spannend. Von der breiten und schönen Küstenstraße geht es durch unzählige häufig enge Nebenstraßen durch teils edle Wohngebiete rund 2km in die Berge. In
einem engen Tal ein wenig außerhalb der Stadt findet man dann den Campingplatz. Wer dort mit einem 230er Wagen hin möchte, sollte schon ein wenig Nerven haben, mit einem 250er wirds spannend. Die
Busse und Müllautos, die dort oben fahren, waren jedenfalls von der Sorte sehr klein. 
Der Platz war für die Nacht in Ordnung, die Anlage sieht man schön im Link. In dem engen Tal ist nur Platz für einen Weg, an dem seitlich die Parzellen terassenförmig angeordnet sind. Der
Platzbetreiber war freundlich und hilfsbereit. Er sprach sogar ein paar Brocken deutsch. Es gab einen kleinen Laden, wo man die nötigsten Dinge bekam. Die Sanitären waren an der Grenze dessen,
was wir ertragen konnten. Zwar recht nett gestaltet, aber geputzt wurde nur dort, wo man ohne Probleme dran kam. Ecken schien der Raum aus Sicht der Reinigungskraft nicht zu haben. 
Nach einem kühlen Blonden und einem kleinen Abendessen verschwanden wir ziemlich schnell in unseren kleinen Begleiter. Der Tag war lang und der Wecker würde früh klingeln.
Ein Bild vom Platz kurz vor Abfahrt am nächsten Morgen zu Fähre
Tag 2
Pleiten, Pech und Pannen!
Der Morgen startete erst mal unverdächtig. Der Wecker klingelte, wir kamen rechtzeitig aus dem Bett und freuten uns wie Kekse heute endlich anzukommen. Wir fuhren gemütlich vom Platz, kamen
rechtzeitig am Fährhafen an, checkten ein und stellten uns mit vielen anderen auf den Warteplatz. Der bedeckte Himmel riss auf, das Wetter wurde immer besser. Während des Wartens frühstückten wir
in Ruhe und tranken unseren morgendlichen Kaffee. Als kommunikative Menschen lernten wir unseren direkten Wartenachbarn bei der Gelegenheit auch gleich kennen.
Nach dem Frühstück wurde alles etwas hektischer auf dem Platz, die Fähre kam. Und es kam wie es kommen musste. Das Handschuhfach mit unseren Papieren drin lies sich nicht öffnen, nein sogar der
ganze Griff brach weg. Irgendetwas muss sich übel verklemmt haben. Mit etwas zerren und einem Kreuzschlitzschrauben lies es sich dann doch noch öffnen, dafür aber für die nächsten Wochen nicht
mehr schließen.
Nach dem Abladen der Fähre wurde unsere Reihe aufgefordert loszufahren, ich startete den Motor....nein ich versuchte den Motor zu starten, doch es klickte nur noch. Dann fiel es mir wie Schuppen
von den Augen, verdammt, du hast den Kühlschrank und die Kühlbox nicht ausgemacht. Während der 2,5h Wartezeit wurde die Batterie mit einem Strom von rund 17A entladen. Das hat gereicht um den
Motor nicht mehr zu starten.
An dem Punkt wurde ich langsam nervös, erst hupte es hinter uns, dann fuhren alle vorbei. Na ja, dachte ich, hast ja nur nen kleinen Benziner, den kriegt man angerollt. Doch es kam immer noch wie
es kommen musste.
Da das ganze Gespann etwas schwer zum anschieben war, wollte ich Piefken (so heißt der Eriba) abkuppeln. Warum auch immer hat sich zum ersten Mal die Mechanik der 38 Jahre alten Kupplung aber
etwas verhakt und ließ sich nicht öffnen.
Das war der Punkt wo die Nervösität durch leichte Panik ersetzt wurde, zumal nun die Fähre abgesehen von uns komplett beladen war.
Der Versuch das gesamte Gespann mit zwei zu Hilfe gekommenen österreichischen Motorradfahrern anzurollen ging ein ums andere mal schief. Langsam wurden die Einweiser etwas ungeduldig und
signalisierten, dass wir vorwärts machen sollten. Ich krabbelte dann in die Tiefen von Piefken und fand den Hammer im Bordwerkzeug, mit dem sich die Kupplung dann glücklicherweise lösen lies.
Nach einem weiteren Anrollversuch startete der Motor, dann noch anhängen und mit heulendem Motor auf die Fähre. Hauptsache die Lichtmaschine lädt noch ein wenig. Wobei, getreu nach dem Motto
runter kamen sie alle, machte ich mir um die Ankunft eher weniger Sorgen.
So standen wir dann als letztes auf der Fähre
Auf der Fährfahrt gab es dann genug Zeit sich zu beruhigen. Bei immer besser werdendem Wetter holten wir uns auf dem Oberdeck der Fähre gleich noch den passenden Sonnenbrand trotz vorherigem eincremen.
Auf der Insel angekommen wurde aber schlagartig alles besser. Unsere Fährbekanntschaft mit großem Land Rover und Dachzelt schloss sich uns für die ersten Tage an, wogegen wir nichts einzuwenden
hatten. Das Wetter war auch gleich ne Ecke besser, wenngleich einige sich zunehmend auflösende Wolken und und der Dunst auf den ersten Etappen die Sicht verhagelten. Das sollte dann aber nichts
machen.
Von der Fähre runter quält man sich erst mal durch Bastia.
Bastia ist eine pulsierende mittelgroße Stadt mit rund 60 000 Einwohnern. Sie ist auch gleich das nordöstliche Zentrum der Insel. Vor allem ist sie aber eng direkt am Berg gebaut.
Quälen trifft das Fahren ganz gut. Es geht durch engen Stadtverkehr, in zweiter Reihe verbotener Weise zu parken, muss dort erfunden worden sein. 250cm Breite werden da schon spannend.
Saint Florent sollte unser erstes Ziel sein. Luftlinie kaum mehr als 10km entfernt, durften wir direkt den ersten kleinen Pass erklimmen. Über den Col de Teghime ging es direkt auf knapp 500m und dann wieder runter auf Meeresniveau.
Impressionen vom ersten kleinen Pass
Saint Florent sollte eigentlich erst mal der Ort werden, an dem wir ankommen, heißt einige Tage stehen bleiben wollten. Doch irgendwie haben wir uns nicht gut genug abgesprochen. Mir war nicht
ganz klar, dass ein Strand direkt am Meer Pflicht war, solche Plätze fanden wir aber nicht. So machten wir uns auf den Weg durch die kleine Felswüste Desert des Agriates Richtung Ile Rousse und
Calvi. Kaum dass wir die ersten Berge erklommen hatten, fand sich natürlich ein auf den ersten Blick passender Platz. Dumm nur, dass wir oben auf dem Berg waren und der Platz ganz unten am Wasser
und wir wieder mehrere Kilometer hätten zurückfahren müssen.
Egal, die gute Stunde weiter bis zu unserem Zielplatz in
Algajola würden wir auch noch schaffen. Da wusste ich dann von vorherigen Reisen vor etwas über 15 Jahren, dass der Platz zumindest von der Lage her passen würde.
Die Fahrt dort hin war kurzweilig, die Straßen überwiegend für korsische Verhältnisse gut. Ganz nebenbei bemerkt, auf Korsika wurde nicht nur das zweite Reihe parken erfunden, nein eine noch viel
größere Erfindung stammt von dort: die Kurve!!!
Man könnte jedenfalls meinen, man wollte den Rekord der meisten Kurven pro km aufstellen. Und das auf fast jeder westkorsischen Straße abgesehen von einigen Nationalstraßen.
Die Felswüste dort ist wirklich sehr sehr schön und so gut wie unbewohnt. Allerdings hat der Dunst die Fotostimmung gedrückt, sodass es von dort nichts zu sehen gibt.
Camping de la Plage Algajola
http://www.camping-de-la-plage-en-balagn…ex_allemand.htm
In Algajola angekommen, haben wir den Campingplatz Camping de la Plage angefahren. Der Platz war fast leer und unmittelbar am Strand gelegen. Man musste nur den Bahndamm der gelegentlich
fahrenden korsischen Bimmelbahn überqueren. Eine Haltestelle ist nur wenige Meter vom Platz entfernt. Viel Lärm geht von der Bahn nicht aus und sie fährt so langsam, dass man problemlos das Gleis
überqueren kann.
Der Platz ist komplett schattig mit großen Bäumen bewachsen (Eukalyptus?). Auch hier gibt es einen brauchbaren kleinen Laden, die Englischkenntnisse an der Reception und im Shop reichen zumindest
für die einfachen Fragen.
Die Sanitären sind genau so wie vor gut 15 Jahren und waren auch damals schon alt. Alt stört mich nicht übermäßig, so lange sie halbwegs sauber sind. Da der Platz recht leer war, gab es dort
keine Probleme. Dass man auf Korsika nur selten mal eine Klobrille findet, damit muss man leben. Hier waren noch die Waschbecken nur überdacht im Außenbereich. Es sollte also halbwegs warm sein,
wenn man dort hinfährt.
Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass auf der Insel fast überall gemischte Sanitäre Anlagen zu finden sind. Wer auf getrenntgeschlechtliche Anlagen wert legt, sollte vorher genau
recherchieren.
Im Hintergrund geht es zum Meer
Das Fahrzeug unseres Mitfahrers und die Waschgelegenheiten
Tag 3
Vor dem Frühstück ging es, wie an allen Tagen dort auf dem Campingplatz erst mal eine halbe Stunde ins Wasser. Der Platz liegt direkt an dem recht schönen Aregno Strand, einem knapp 2km langen
Sandstrand eingebettet in einer schönen Bucht am Ende eines Talkessels. Wenige km im Hinterland fängt die korsische Bergwelt auch schon an. Das Wasser am Strand war ein Traum. Durch den etwas
gröberen Sand wurde nichts aufgewirbelt, entsprechend hatte man das klarste vorstellbare Wasser. Dass es jetzt Mitte September noch richtig warm war, erwähnte ich schon.
Nach ausführlicher Beratschlagung, was wir am ersten Tag auf Korsika machen wollen, entschieden wir uns etwas Wandern zu gehen. Im Hinterland gibts es einen äußerst süßen und urigen Ort auf einem
Berg, den wir uns erwandern wollten. St. Antonino ist rund 500m hoch gelegen. Nach Einblick in den vom Mitfahrer mitgebrachten Rother Wanderführer Korsika entschieden wir uns einen Teil einer
dort beschriebenen Tour zu laufen. Die komplette Tour hätte reine Gehzeit knapp 8h gedauert und war damit für unseren ersten Urlaubstag indiskutabel.
Wir setzten uns damit erst mal ins Auto und fuhren den wenigen km bis Corbara, parkten dort auf einem der Parkplätze an der Straße und wanderten los.
Das erste Foto vom Auto sah so aus. Oben auf dem Berg kann man den kleinen Ort erahnen
Die Wanderung führte erst mal an der wenig befahrenen Straße bis zum Kloster von Corbara, weiter über alte Hirtenwege über Stock und Stein, bis man wieder gut laufbare Schotterpisten erreichte.
Ein paar ordentliche Wanderschuhe sind dringend für korsische Wanderungen empfohlen.
Am Abend ging es dann zum vom Campingplatz ca 5km entfernen E.Leclerc Supermarkt in dem wir einen richtigen Hungerkauf starteten. Pure Unvernunft.
Abends dann nochmal ins Wasser und der Tag war für uns gelaufen.
Die Wanderung hat mit Pausen ca 5h gedauert.
Hier nochmal der Link zum Ziel der letzten Wanderung
http://maps.google.de/maps?q=sant+Antoni…kreich&t=h&z=14
Tag 4
Wanderung
auf den Monte Tolu
Im Wanderführer wird der Monte Tolu als Hausberg der Balagne bezeichnet. Er ist 1332m hoch und bietet einen wundervollen Blick sowohl auf die Balagne und das Meer, sowie auf das Hochgebirge im
Landesinneren.
Die Wanderung startet am Bocca di a Battaglia, einer Passhöhe auf knapp 1100m und geht auf dem Bergkamm hoch und runter bis zum Monte Tolu, der noch etwas erkraxelt werden möchte. Feste hohe
Wanderschuhe, ausreichend Getränke und etwas Verpflegung sind die Mindestausrüstung. Dort oben ist auch das Wetter schon etwas unbeständiger, daher schadet eine Jacke sicher auch nicht.
Von der sonnigen Küste fuhren wir in die wolkenverhangenen Berge. Von der Tour zuvor erwarteten wir aber, dass es späteren Nachmittag besser werden sollte. Aber erst mal machten wir uns an den
Aufstieg mit dem PKW. Über korsische Bodenwellen (in Deutschland Berge) machten wir uns auf Richtung Speloncato und von dort zum Bocca di a Battaglia
Aber wie das immer so ist, die Hoffnung stirbt zuletzt. An dem Tag musste sie nicht sterben, im Gegenteil, nach 1,5h wurde die Hoffnung gar genährt. Immer wieder rissen die Wolken auf und gewährten einige Blicke in die Bergwelt Korsikas.
Nach knapp 2h standen wir dann vor dem Monte Tolu und konnten es gar nicht fassen, dass wir da noch hoch sollten.
Frei nach dem Motto nur die Harten kommen in den Garten machten wir uns dann auf zum Gipfel. Bis zum letzten Bild lies sich die Strecke mit festen Wanderschuhen einigermaßen gut gehen, in den
Felsen mussten wir dann aber etwas klettern.
Am Anfang war es nur steil, wie man an unserem Mitwanderer in den folgenden Bildern sehen kann, später mussten wir richtig kraxeln.
Der Blick vom Gipfel entschädigte aber für alles und der Rückweg dann bei klarem Himmel war richtig schön.
Mit Pausen waren wir knapp 5h unterwegs.
Auf dem Rückweg war der Hunger groß und wir starteten wieder einen unvernünftigen Einkauf im E.Leclerc in Ile Rousse.
Auf dem unteren Parkplatz kann man solche Sonnenuntergänge erleben.
Tag 5
Irrwege
Nach den Wanderstrapazen der letzten zwei Tage brauchten unsere Füße und Beine eine Auszeit. Morgens ging es vor dem Frühstück noch an den schönen Strand, später packten wir ein und zogen weiter
Richtung Südwesten.
Die angestrebte Route ging über die N197 bis zum schönen Touristenort Calvi weiter über wirklich schöne alte Küstenstraße D81b bis in die Nähe von
Galeria.
Bei Galeria endet das Fangotal, welches uns von der Küste in recht kurzer Zeit bis unter die höchsten Gipfel (Monte Cinto 2706m) Korsikas führt.
Nun denn, wir starteten auf der bestens zu fahrenden N197 und kamen bis Calvi gut voran.
In Calvi merkte man, dass dieses Örtchen lebt. So viel Getummel und Verkehr hatten wir seit Bastia nicht mehr erlebt, weswegen wir den Mondi nur etwas mit Gas betankten und den kleinen
Stadtbummel samt Zitadellenbesichtigung ausfielen ließen. Unsere Zeit auf der Insel war schließlich kurz, da kann man nicht alles haben. 
Um auf die alte D81b zu kommen, mussten wir mit dem Gespann mitten durch das Gewimmel in den engen Straßen, was aber kein größeres Problem war. Etwas hinter der Stadt wurden wir dann von umso
schöneren Meeresblicken begeistert.
Die alte Küstenstraße würde ich übrigens nicht unbedingt größeren Gespannen empfehlen, die Straßen sind teils sehr eng, wenngleich zu dieser Jahreszeit nicht so stark befahren, da es eine besser
ausgebaute Parallelstraße im Landesinneren gibt.
Wer Lust hat, kann hier etwas mit uns fahren. Das folgende Video zeigt, wie wir eine Strecke von Luftlinie 500m in rund 5min fahren. Schneller als 40km/h waren es garantiert nirgends. Und denkt
dran, es wurde vom Beifahrersitz gedreht. Die Perspektive macht die Straße noch richtig breit.
Auf der Strecke entschieden wir uns den Campingplatz La Morsetta anzufahren. Zum einen lag der direkt am Meer, zum anderen wollten wir auch mal unsere ACSI Card ausnutzen.
Da es keine nennenswerten Abzweige auf der Strecke gab, sind wir erst mal ohne Navi gefahren. Hin und wieder gab es auch
mal eine Hinweistafel, dass es nur noch wenige km wären. Also fuhren wir und fuhren wir, aber den Platz sahen wir nicht.
Irgendwann, als das Bauchgefühl meinte, dass wir längst dran vorbei sein mussten, schaltete ich dann doch das Navi an, und siehe da, wir sind tatsächlich fast zwei km zu weit gefahren. Also
irgendwo einen Platz zum drehen gesucht, was noch weitere 2km und damit 15min dauerte und zurückgefahren.
Kurz vor dem Campingplatz wollte uns das Navi dann links einen Pfad, der eine Hotelzufahrt sein wollte, herunter abbiegen lassen, ich sage euch, wenn der Landrover vom Mitfahrer nicht dabei
gewesen wäre, ich wäre dort nicht runter gefahren. Andererseits habe ich vorher auch kein Schild gesehen und fand es nicht ganz abwegig, dass dort tatsächlich ein Campingplatz sein könnte. Vor
allem vor dem Hintergrund, dass die Gespanne ohnehin schon über die wilde D81b anreisen mussten, habe ich den Korsen alles zugetraut.
Unten angekommen war dann klar, dass wir direkt neben dem Campinplatz standen. Man hätte über den Zaun spucken können, nur eine Einfahrt gab es dort nicht. Dafür aber eben dieses Hotel mit toller
Wasserlage.
Es kam also wie es kommen musste.
Gefühlte 20% Steigung und mehr, tiefe querlaufende Wasserrinnen im Weg und sandiger bis steiniger Untergrund sind einfach nichts für einen Fronttriebler. Na ja, zur Ehrenrettung muss ich sagen,
dass auch der Landy mit Untersetzung dort hochgefahren ist.
Wenige hundert Meter weiter versteckte sich dann der Campingplatz. Von der Straße sah man eigentlich nur einen Shop und ein Restaurant, die Rezeption und Einfahrt versteckte sich ganz klein und
unscheinbar daneben. Egal, Hauptsache gefunden!
Camping La Morsetta
http://www.lamorsetta.net/de/
Der Campingplatz liegt direkt an einem feinen dunklen Kiesstrand und ist teils schattig, aber teils auch sonnig. Einige Platzbereiche sind recht flach, andere terrassenförmig am Hang angelegt.
Der Platz ist teilweise durch Dauercamper geprägt.
Die Sanitären in unserem Platzbereich waren modern und recht neu, die Sauberkeit war in Ordnung. Vor allem gab es sogar Klobrillen!!! 
Allerdings muss man sich das Waschhaus aufgrund der Wildnis umher mit einigen Tieren teilen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass lustige gelbgrüne Frösche weiter oben an den Wänden leben und
genüsslich Insekten wegschlabbern.
Wo wir bei Wildnis sind, auf dem Campingplatz haben wir die ersten Bekanntschaften mit wild lebenden korsischen Kühen gemacht. Es ist dort völlig normal, dass sie über den Platz ziehen und
grasen.
Nur blöd wenn dann ein Hund kommt und die armen Kühe zwischen die Zelten erschreckt. Also vor allem blöd für die Zelter.
Die Lage ist als absolut ruhig anzusehen, außer dem winzigen Hotel gab es dort weit und breit nur NICHTS. Ok, ein oder zwei Häuser noch, das war es aber auch schon.
Hier dann nochmal Panoramen vom Strand
Klar, klarer am klarsten. Allerdings wollten wir noch weiter ins Fangotal und kosteten es erst am nächsten Morgen aus.
Die Fahrt bis zum Fangotal ging wieder über die spannende Straße weiter nach Süden. Die 12km können durchaus auch ohne Gespann rund eine halbe Stunde dauern. Fotostopps sind gefährlich, da die
zahlreichen Parkbuchten nur von Fahrzeugen mit erhöhter Bodenfreiheit angefahren werden können. Ich habs trotzdem einige Male versucht, was fast immer gut ging, einmal bin allerdings fast hängen
geblieben. Auf der Aspheltkante bremste es brutal und ein Vorderrad dreht durch, ups! 
Die Bilder lohnten sich trotzdem
Einige unkommentierte Impressionen aus dem Fangotal.
Das war nach der Rückfahrt und einem schönen Essen Tag 5!
Tag 6
Vorläufiger Höhepunkt der Kurvenrally und Tag der Trennung
Unser Mitfahrer Tom eröffnete uns heute, dass seine Offroad-Kumpels bald auf Korsika ankommen würden und er nicht mehr weiter mitfahren könnte. Während er sich aufmachte wieder zurück Richtung
Bastia, stürzten wir uns erst nochmal ins warme Nass und machten unsere ersten Schnorchelversuche. Wobei schon der erste Blick ins Wasser ein erstaunliches Bild zeigten. Wir standen inmitten von
unzähligen Fischen. Fische so weit das Auge reichte. Dass sie nicht an einem rumgeknabbert haben, war das Einzige was noch fehlte. Leider musste ich aber feststellen, dass meine Brille einen
Defekt hatte und ich somit immer absoff. So macht schnorcheln natürlich keinen Spaß, was zum Abbruch meinerseits führte.
Nach dem ausgiebigen Frühstück ging es dann auch für uns weiter Richtung Süden auf den zweiten Teil einer der schönsten Küstenstraßen Korsikas.
Beim betrachten der Bilder heute fällt mir auf, dass langsam eine gewisse Sättigung an schönen Küstenblicken eingetreten sein musste, die Anzahl der unterwegs gemachten Bilder sank. 
Wie auch immer, die kurvige D81 sollte es weiter nach Süden gehen, als Ziel machten wir den
Campingplatz Torraccia in der Nähe von Cargese aus.
Die Strecke ist trotz Servolenkung fast schon anstrengend, positiv fand ich aber, dass sie fast durchgehend deutlich besser ausgebaut ist, als ich sie aus den frühen 90er Jahre kannte. Wobei
einige extrem steile Küstenabschnitte vor jeder Kurve doch noch etwas Nervenkitzel brachten.
Zuerst ging es wieder am Fangotal vorbei
Anschließend dann wieder von der D81b auf die D81 Richtung Porto weiter durch wunderbare fast unberührte Landschaften
bis zur Grenze zwischen den Departements Houte Corse und Corse du Sud, also dem hohen Korsike und dem südlichen Korsika.
Auf der Grenze am Col de Palmarella hat man einen traumfhaften Blick auf das Naturschutzgebiet Scandola, einer fast unberührten Halbinsel mit vorgelagerten strengstens geschützten Korallenbänken.
Am Rande dieses Naturschutzgebietes liegt der nur zu Fuß oder Schiff erreichbare Ort Girolata.
Die Natur wird mit jedem Kilometer wilder, die Küsten steiler und die Felsen roter. Nicht umsonst ist der Golf von Porto mit der Calanche ins UNESCO Weltnaturerbe aufgenommen worden.
Im Golf liegt dann der kleine Ort Porto mit seinem hellen Kiesstrand
Hinter Porto geht es dann wieder kräftig bergauf in die Berge und durch die Calanche, die durch bizarre rötliche Felsformationen, viel Busverkehr und teils äußerst schmalen Straßen glänzt. Später gibts von dort noch ein tolles Video.
Die Calanche ist wirklich bizarr, hat man ein wenig Zeit und Fantasie, findet man unzählige Figuren, Gesichter oder das was man dafür halten könnte.
Da es schwer war mit dem Gespann eine Parkmöglichkeit zu finden, sind wir erst auf den Campingplatz weitergefahren, haben dort Piefken abgestellt und sind dann passend zur frühen Dämmerung wieder
in die Calanche zurückgefahren
Und noch ein Videoüberblick
Tag 7
Ein kleines bisschen Kultur, dem Schwiegervater zuliebe
Nach den Tagen an der wilden Westküste, war nun der Besuch von Ajaccio angesagt. Ajaccio ist die Hauptstadt Korsikas, auch rund 60 000 Einwohner groß mit Fährhafen und Inselparlament. Gleichzeit
ist es auch der Geburtsort des nach Laetitia Casta zweitberühmsten Korsen, Napoleon. 
Herr Schwiegervater gab uns den Auftrag Napoleons Geburtshaus zu fotografieren, sein Wunsch war uns Befehl um uns ins städtische Treiben zu stürzen.
Auf dem Weg dort hin, rund eine Stunde von unserem Campingplatz vorbei an teils wunderschönen Stränden rund um Sagone zu fahren, hatten wir wieder mal das Glück am rechten Ort zur rechten Zeit zu
sein. Einige korsische Löschflugzeuge waren auf Übungsflügen unterwegs, so dass wir dabei zuschauen konnten, wie sie Wasser auftankten.
Das war wirklich beeindruckend anzuschauen. Zum Glück kreisten sie die ganze Zeit nur um uns herum, wo keine Anzeichen von einem Brand zu sehen waren.
Dann ging es weiter in die Stadt, und ja auch auf Korsika kann es zum Stau kommen. Zumindest Samstags morgens zwischen Carrefour und E.Leclerc, die beiden großen Supermarktketten.
Die Stadt kann man als typisch südländisch quirlig betrachten. Einige nette Napoleon Statuen, ein großer Freizeithafen und viele große Pötte waren zu sehen, teils die Creme de la Creme der
staatlichen französischen Fährgesellschaft, teilweise auch Kreuzfahrer und natürlich Napoleons Geburtshaus. Das findet man ohne danach zu suchen, die Menschenmassen davor entlarven es auch so.
Genug vom Trubel in der Stadt, machten wir uns wieder auf den Rückweg durch die immer noch vorhandenen Berge und Hügel, die jedoch wieder etwas dichter besiedelt waren. Auch wenn man das auf diesem Bild nicht so recht sehen mag.
Am Abend träumten wir dann wieder unter dem wunderbaren Sternenhimmel auf unserem dunklen Campingplatz.
Campingplatz Torraccia
http://www.camping-torraccia.com/camping…de/camping.html
Die von uns besuchten Platzteile sind am Hang gelegen, die Parzellen terassenförmig angelegt. Wie schon erwähnt, die Platzbeleuchtung ist etwas spärlich. Der Platz ist abgesehen von der Straße an
der er liegt, wirklich ruhig inmitten von Nichts gelegen. Nur der Club Med beschallte uns abends für ca einer halbe Stunde.
Angeblich gibt es sogar einen Pool, haben ihn aber nicht besucht. Bis zu den nächsten Stränden hat man wenige km zu fahren.
Die Sanitären waren wieder einfach aber in Ordnung, die letzte Renovierung dürfte nicht allzu lange her sein. Auch hier gabs wie fast überall keine Klobrillen. Toilettenpapier musste man ebenso
wie überall selbst mitbringen.
Tag 8
Seitenwechsel
Da unser Urlaub nun ganz langsam dem Ende zuging, beschlossen wir uns von der wilden Westküste zur ruhigen Ostküste durchzuschlagen. In Frage kamen relativ einfach zu fahrende Strecken oder die
der Karte nach kürzeste Variante über den Col de Vergio mit seinen knapp 1500m. Da dir Karte natürlich nicht jede enge Kurve aufzeigen konnte, mussten wir später feststellen, dass die Strecke
eine Ecke weiter war. Wie auch immer die Strecke sollte laut Navi rund 160km betragen. Mit einigen kleinen Pausen brauchten wir dafür rund 6h.
Leider leider spielte an dem Tag auch das Wetter nicht so richtig mit. An der Küste war es warm und bedeckt. Nur ganz vereinzelt kam mal die Sonne durch. Auf dem Pass war es dann richtig windig
und vor allem kalt. 15°C waren bei dem Wind so kalt, dass der erste Weg dort oben zu unseren ganz weit unten verstauten Jacken ging. Konnte man ja nicht ahnen, dass man die brauchen würde.

Nach einigen Kilometern Richtung Porto ging es dann erst mal wieder durch die Calanche. Die Felsen sahen deutlich blasser aus, der Verkehr auf den schmalen Straßen war aber anstrengend. Vor allem
war ich durchaus froh vor mir einen Bus zu haben, der die Straße frei räumte.
Hier mal ein Video, dass die Verhältnisse dort sehr schön zeigte. Mit Gespann im Gegenverkehr zu sein, ja das wäre spannend geworden.
Anschließend gings dann auf die D84 Richtung Osten in die Berge. Im korsischen Hinterland trifft man dann auch ganz schnell die wild lebenden Nutztiere der Korsen, Ziegen, Kühe und Kreuzungen aus Haus- und Wildscheinen mit entsprechend lustigen rosadunklen Mustern.
Schön zu sehen war es, dass der Pass geöffnet war.
Der Aufstieg auf den Pass war beeindruckend schön, trotz des mäßigen Wetters. Es ging teils durch karge Felslandschaften auf äußerst schmalen Straßen
aber auch, wie in folgendem Video, durch wunderschöne Kiefernwälder mit bestens ausgebauten Straßen
Irgendwann waren wir dann oben
Auf der anderen Seite des Passes gehts dann durch das Golotal weiter Richtung Osten. Zuerst ist das Tal weit und offen, später wird es zu einer engen Schlucht. So wechselhaft wie die Landschaft waren auch die Straßen. Kurven, Kurven und nochmals Kurven auf breiten und schmalen, guten und schlechten Straßen.
Weiter ging es dann auf Corte zu, der heimlichen Hauptstadt Korsikas. Immerhin mit Universität und zu Füßen der zwei schönsten korsischen Täler gelegen, dem recht stark besuchten Restonicatal mit
Straße hinauf in die Berge und überlaufenen Wanderweg zu wunderschönen Bergseen auf der einen Seite, und direkt daneben das Tavignanotal, weitgehend unberührt und nur zu Fuß zu erreichen.
Auf folgendem Bild sieht man das Restonicatal mit Corte unten links
Bis Corte waren es etwas über 100km, die rund 5h Fahrzeit benötigten. Von hier aus ging es dann weitere 50km auf die wunderbar ausgebaute N200, die direkt vor unserem nächsten Campingplatz als
Sackgasse endete. Die 50km waren in einer knappen Stunde zu fahren. 
Camping Marina d´Aleria
http://www.marina-aleria.com/de/visite_de.htm
Der Campingplatz liegt unmittelbar am Meer, nur durch einen Zaun mit vielen Durchgängen vom Strand getrennt. Die Stellplätze direkt am Strand sind ungeschützt, die etwas zurückliegenden in
zweiter Reihe unter hohen Nadelbäumen im Schatten gelegen.
Die Sanitären Anlagen sind einfacher korsischer Standard, von der Sauberkeit soweit in Ordnung. Nur in wenige Duschen konnte man die Temperatur selbst regeln, was blöd war, weil die
Wassertemperatur etwas niedrig war.
Auf dem Platz findet man einen Spielplatz, einen Outdoorfitnesspark, eine Bouleanlage, einen kleinen Lebensmittelladen sowie einen für Strandzubehör etc. Ein Restaurant und eine Bar sind
ebenfalls zu finden, direkt am Meer.
An der Rezeption sprach mal perfektes Deutsch und war freundlich.
Interessant war, dass das der erste Platz war, auf dem deutsche Besucher in der Überzahl waren. Eigentlich fand man dort außer Deutschen zu dem Zeitpunkt nur Österreicher und Schweizer. Seltsam,
wo auf allen anderen Plätzen Franzosen und Italiener sehr stark in der Überzahl waren.
Nach der langen Fahrt machten wir noch einen Strandspaziergang und ließen den Tag ruhig ausklingen. Die rund 6h Fahrt waren zwar wunderschön, aber sehr anstrengend.
Tag 9
Seele baumeln lassen
und nichts tun, war an diesem Tag angesagt. Außer einem kleinen Einkauf, schwimmen, lesen, kochen, spazieren gehen, haben wir an diesem Tag nicht gemacht. Am Abend stellten sich noch nette
Nachbarn direkt neben uns, mit denen wir den Abend verbrachten.
Ach doch, da war noch etwas. Corsica Ferries rief an und erzählte uns, dass wir am Freitag nicht auf die Fähre könnten und wir jetzt umbuchen müssten. Hmm, die Alternativen gefielen mir nicht
richtig, da wir entweder wieder auf die ganz andere Seite der Insel müssten und/oder nur in Frankreich ankämen, was fahrtechnisch blöd wäre. So entschieden wir uns den Aufenthalt auf der Insel um
einen halben Tag zu verkürzen und nahmen die langsam fahrende Nachtfähre mit kostenloser Kabine. 
Tag 10
Furioses fast Finale
Dieser Tag sollte es in sich haben, im Nachhinein waren wir froh uns vorher erholt zu haben.
So viel wunderschöne
Landschaft an einem Tag war kaum zu ertragen.
Aber fangen wir langsam an.
Am Morgen entschlossen wir uns nach dem Faulenzervortag noch den Süden etwas abzugrasen. Eigentlich haben wir für die Tour zwei Tage geplant, die vorverlegte Fährfahrt machte uns aber einen
kleinen Strich durch die Rechnung. Also zogen wir nach dem Frühstück und der üblichen Schwimmeinlage zeitig Richtung Süden los.
Auf der anderen Seite des Campingplatzes stellten wir dann auch gleich fest, dass der nächtliche Kaltlufteinbruch seine Spuren hinterlassen hatte.
Nur gut, dass es auf dem Platz immer noch für gut 23° gereicht hat.
Unser erstes Ziel war der
Col de Bavella, ein wunderschöner Pass in den korsischen Dolomiten, na ja, zumindest sehen manche Berge dort aus wie in den Dolomiten.
In jedes Bergtal gehört natürlich ein Fluss, so auch hier. Und in diesen Flüssen lässt es sich herrlich baden und planschen. Das machten wir auch gleich bei der ersten besseren Gelegenheit.
Danach ging es weiter in die Berge den Pass hinauf. Wer vorher schon mal dort war, dem sei gesagt, dass man da heute problemlos hochfahren kann. Die Straße vor gut 15 Jahren war bestenfalls
einspurig, obwohl zweispurig befahren. Der Wahnsinn!
Hier kann man noch Reste der alten Straße bewundern.
Auch hier oben dauerte es nicht lange bis man auf unzählige Schweinerotten stieß, die genüsslich neben der Straße in der Sonne lagen und auf Passanten warteten, die sie dann hoffentlich kraulten
und streichelten. Ein Streichelzoo war nichts dagegen.
Besonders witzig die zweifarbigen Ferkel.
Natürlich durften auch hier die Kühe direkt auf und neben der Straße nicht fehlen
Auf der Passhöhe angekommen, erwartete uns ein ziemliches Gedränge. Die Parkplätze waren fast voll, kein Wunder bei solch einem Blick
Die Fernsicht war einfach nur ein Traum. Im Nordosten konnte man Elba entdecken, weiter südlich die kleine Insel Montechristo, weiter hinten im Dunst die Höhenzüge auf dem italienischen Festland zwischen Rom und Neapel. Die sind zwar an die 300km weit entfernt, aber sonst gab es dort ja nichts, was man hätte sehen können. Absolut irre!
Aber auch Richtung Westen war der Anblick bombastisch
Dann ging es weiter über Zonza und zwei weitere abwechslungsreiche Pässe vorbei an Seen, durch tiefe Wälder und Steinlandschaften zurück an die Ostküste. Auf dem Abstieg aus den Bergen kamen wir
um eine Kurve und ich wäre fast von der Straße abgekommen, so unglaublich war der Blick von dort.
Auf dem Bild schaut man über die Südspitze Korsikas nach Sardinien. Die hohen Berge ganz links im Bild müssen rund 100 bis 150km weit entfernt sein.
Aber auch in der Nähe gab es wundervolle Ansichten, wie die Traumstrände rund um Porto Vecchio
Dort oben genossen wir eine ganze Weile den Blick und machten noch viele Fotos.
Anschließend ging es dann weiter über die gut ausgebaute Nationalstraße Richtung Bonifacio, der vielleicht sehenswertesten Stadt auf Korsika, allein wegen der Lage. Der Ort liegt kurz vor dem
Capo da Roca, dem Südkap von Korsika. Von hier sind es nur noch 14km bis Sardinien.
Zum Kap fuhren wir dann auch erst mal an der Stadt vorbei, weil man von dort den schönsten Blick auf die Stadt hat.
Dann ging es wieder zurück in die Stadt, wo man dann wiederum einen herrlichen Blick auf die Steilküste dort hat.
Dabei musste ich natürlich auch das Bild machen, was wohl jeder Besucher von Bonifacio macht. Allerdings in einer HDR Version, da das Licht nicht mitspielte.
Auf dem Rückweg fuhren wir noch an den angeblich schönsten Strand Korsikas, dem Strand von Palombaggia. So wird er zumindest in den meisten Reiseführern betitelt. Sicher, es war sehr schön dort,
aber es war sicher noch schöner, bevor man die riesigen Parkplätze für den kleinen Strand baute, und bevor man die vielen Zäune baute, die die Vegetation vor den Besuchern schützen müssen. Ein
klein wenig traurig, wie sich dieses wahrliche Paradies präsentierte.
Wie ich sehe, habe ich dort alles fotografiert, nur den Strand nicht richtig. Warum wohl.
An dem Abend kamen wir wirklich spät zurück und waren fix und fertig. So gingen wir zügig schlafen und entschlossen uns den vorletzten Tag auf Korsika auf dem Platz zu verbringen.
Tag 11
Hier gab es mal wieder nichts zu berichten, außer schwimmen, lesen, faulenzen und ein wenig die Abreise vorbereiten
Tag 12
Antritt der Heimreise
Morgens haben wir noch in Ruhe den Tag begonnen, mussten dann aber leider einpacken. Um 12 wollten wir vom Platz sein, um 9 am Abend ging die Nachfähre, die sich bis Savona 10h Zeit lassen
wollte. Zeit um sich in der Kabine auszuruhen.
Aber nun von Anfang an.
Wir fuhren vom Campingplatz gen Bastia, schwenkten kurz vorm Ziel aber noch mal aus Richtung Westküste.
Ziel war es, die vielleicht schönste korsische Kirche zu besuchen, St. Michelle du Murato. Aber wie es sich so gehört, wird die natürlich gerade renoviert, wenn man extra 40km Umweg über
korsische Bergstraßen fährt.
Immerhin war der Blick von dort wunderschön über eines der korsischen Weinbaugebiete.
In Murato verirrten wir uns noch auf echte korsische Nebenstraßen, zwar gute Teerdecke, aber insgesamt vielleicht 3m breit, immerhin mit Mittellinie. Und natürlich mit so vielen Teerschichten
übereinander, dass nur noch Geländewagen sich von der Straße trauten. Ideal also mit einem Gespann zu drehen. Na ja, nach rund 4km oder einer halben Stunde später fand sich eine Möglichkeit.

Auf dem Rückweg von der Kirche fand sich noch ein toller Blick Richtung Elba
Dann ging es noch weiter zum schönen Dorf Nonza, dass hoch über einem schwarzen Sandstrand gelegen ist. Parken war dort leider mit den Gespann nicht möglich, da es einfach zu voll war. Wir fuhren
also noch etwas weiter und freuten uns dann über den Blick vom Cap Corse zum hohen Inselinneren.
Dann ging es leider leider zurück in den Hafen, wo es natürlich ! noch Probleme mit unseren umgebuchten Tickets gab. Die musste man sich im Büro von Corsica Ferries abholen, wo niemand eine
andere Sprache als Französisch sprach. Na ja, mit Händen, Füßen und zwei petit peux Bröckchen Schulfranzösisch ging es einigermaßen.
Dann ging es in den Hafen, wo uns die Fähre schluckte
Auf Deck genossen wir noch ein korsisches füchterlich teures Pietra Kastanienbier (rund 2€ der halbe Liter als günstigstes Angebot im Supermarkt, sonst ein Sixpack 0,25er Flaschen zwischen 7 und 8€) und verabschiedeten uns von Korsika.
Tag 13
Gut erholt und ausgeschlafen kamen wir pünktlich in Savona an
Von da an gings im Galopp auf direktem Weg nach hause.
Nachwort
Das war er nun, der Rückblick auf den Korsika Urlaub. Ja, wir haben fest geplant wieder hin zu fahren. Vermutlich nicht direkt nächstes Jahr, aber sicher in den nächsten zwei drei Jahren. Ich
würde es mir wünschen mal im Mai dort hin zu kommen. Dann liegt auf den Bergen noch Schnee und die Insel ist eine einzige Duftwolke der verschiedenen dort in Massen wachsenden Kräuter. Wie war
das noch gleich, Napoleon behauptete ja schon, dass er die Insel am Geruch erkennen könnte.
Wirklich gut gefallen hat mir, dass wir wirklich überall sehr freundlich behandelt wurden, was leider nicht immer selbstverständlich ist. Allein die sprachlichen Barrieren hinderten manchmal eine
einfachere Kommunikation.
Ich kann nur jedem empfehlen die Insel zu besuchen, egal wie groß das Gespann ist. Wie schon geschrieben, man kann viele Regionen von der flachen Küste im Osten gut erreichen. Die meisten
Nationalstraßen sollten auch mit großen Gespannen gut zu fahren sein, allein die engen Küstenstraßen sollte man mit größeren Wagen umfahren.
Allerdings sollte man nach vielen Schilderungen in der Hauptsaison einen Bogen um die Insel machen. Ich möchte jedenfalls nicht wissen, wie überlaufen die kleinen Orte dann sind.
Und nehmt euch Zeit für die Insel.
Möchte man die Insel in einem Urlaub halbwegs kennen lernen, sollte man locker 3 Wochen dafür nehmen. Wir haben z.B. eine Menge wichtiger, weil besonders schöner Ecken nicht geschafft. Wir waren
nicht an den Traumstränden im Südwesten und nur ganz kurz an denen im Südosten, wir waren nicht am Cap Corse, wir waren nicht im wunderschönen Restonica- bzw den Nachbartälern, wir waren nicht in
der Castagniccia, dem riesigen Kastanienwald mit seinen besonders urigen Orten, wir haben uns auch in vielen wunderbaren Regionen (zu) wenig Zeit gelassen.
Aber selbst wenn man völlig unvorbereitet wie wir losfährt, die Insel erschlägt einen mit ihrer schönen Natur!
Falls ihr hinfahren wollt, meldet euch. Wo ich euch mit eigenen Erfahrungen unterstützen kann, werde ich helfen.
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Franz (Samstag, 30 März 2013 11:30)
Super Bericht. Das korsische Fremdenverkehrsamt sollte euch dafür eine Prämie anweisen! Hat mich direkt an Sardinien erinnert. Dort waren wir aber nur einmal mit Leihwagen quer über die Insel.
Macht auf jeden Fall Lust auf eine Rundtour außerhalb der Hauptsaison und unser Gespann ist mit dem kleinen Rapido Hubdachwagen nicht breiter als 1,80 m zzgl. der beiden Außenspiegel (klappbar :))
Werde mir sogleich die Seite in die Lesezeichen packen!
Danke von F.S.